Montag, 7. Mai 2012

Tokyo, mon amour



Beim Rumwühlen in den Eingeweiden meines Blogarchivs bin ich auf eine Hand voll Reiseberichte aus Tokio gestoßen, die mir nach fast fünf Jahren immer noch gefallen. Ich habe sie überarbeitet und zusammengefasst. Auch die Bilder wurden neu gemacht, von der Künstlergruppe Schattenwald, die sich auf virtuell-materielle Grenzreisen spezialisiert haben.

Hier noch ein Soundtrack, passend zum Titel der Serie:







Ein Freund von mir verreist geschäftlich für ein paar Tage nach Tokio. Das passt, denn die riesige Stadt steht ganz oben auf der Liste jener Orte, denen ein dorischer Besuch gut tun würde. Ich schmuggel mich in sein Handgepäck und fliege mit.

Tag 1: Vom Versuch, mich zu verlaufen


Morgens kommen wir am Flughafen an und fahren mit dem Bus zum Hotel, einem typischen Business-Kasten, in die man gerne Geschäftsgäste einquartiert. Nur das vollautomatische Klo mit Sitzheizung lässt darauf schließen, das wir in Japan sind. Der Rest entspricht jenem internationalen Standard, der einen vergessen lässt, wie groß und bunt die Welt eigentlich ist. Mein Mitreisender muss gleich zu seinem ersten Termin. Ich gehe meiner liebsten Beschäftigung in fremden Städten nach: Mich verlaufen. In Tokio fällt das nicht sonderlich schwer.
Im Jetlag irre ich freudig durch ein Gewirr an Straßen, entdecke kleine Läden in Nebengassen und bade in der Reizüberflutung. Nach gefühlten 23 km Fußmarsch kommt mir ein alter Leitsatz in den Sinn: Doren sollte man nicht hungern lassen. Sie werden unleidig, bissig und im Allgemeinen unausstehlich. Sie wollen stets gut gefüttert sein, mit feinen Sachen. Wenn die Hose schon spannt, dann soll es wenigstens geschmeckt haben. Geld ausgeben und Erworbenes transportieren ist anstrengend und leert den Magen, der sich per Grollen bei mir meldet. Ein Schild sagt mir ich sei in Ropongi, der Heimat der Expats und jener, die an deren Geld wollen.


Hier ist rund um die Uhr was los, die Stadt schläft sozusagen nie. Ihre Bewohner jedoch schon. Immer, vorzugsweise im Stehen und überall – wenn sie nicht gerade telefonieren. Knurr, trägt mein Magen zum Thema bei. Mal schauen, wovon sich die internationale Business-Elite so ernährt.


Ebenso international wie das Publikum scheint hier die Küche zu sein, auch die deutsche Nationalspeise (im Fladenbrot, mit Alles und mit Scharf) dreht sich hier ohne Unterlass am Spieß. Ob es in Japan auch Dönertiere gibt? Wahrscheinlich wird hier alles aus dem Fleisch der hiesigen Tofutiere nachgebaut. Übrigens: Die Haltung dieser kulleräugigen, kuscheligen Tierchen ist recht fragwürdig, sie orientiert sich an den Wohnverhältnissen der sie verspeisenden Japaner. Sie lassen sich nur mit gedimmten Gewissen vertilgen, aber das gelingt mir als Nichtvegetarierin ganz gut.



Abends hat mich mein Verlaufen dann doch an ein Ziel gebracht, welches ich gezielt wohl nur im Netz gefunden hätte. www.dora.jp ist eine schöne Adresse, vor allen Dingen, wenn man sie auf eine Wand gedruckt entdeckt. Noch schöner wird sie, wenn sie von Weinkorken umgeben ist, die den Zweck des Ortes andeuten: Alkoholkonsum. Für Damen wie mich gibt's 30% Prozent Nachlass – hoffentlich auf den Preis, nicht den Alkoholgehalt.

In Unkenntnis der schön anmutenden Buchstaben, die sich der Japaner wohl zur Verwirrung junger Damen aus dem Westen wie mich ausgedacht hat, lass ich mich überraschen, was da an feinen Räudigkeiten in Gläsern gereicht wird. Ich steige hinab in die Höhle der Dora und bekämpfe den Jet-Lag mit 30% reduzierten Cocktails, was ich durch Mehrkonsum wieder wett mache. Ahnungslos, wo ich gestrandet bin, winke ich ein Taxi herbei und zeige dem Fahrer meinen Hotelschlüssel. Er lacht und fährt weiter. Kein Wunder. Das Hotel ist auf der anderen Straßenseite. Ich bin offensichtlich zu doof, mich ordentlich zu verlaufen.

Noch ein Soundtrack: 






Tag 2: Waschnomadin



Am nächsten Tag verlaufe ich mich mal in eine andere Richtung und nutze irgendwelche U-Bahnen, deren Farbkodierung mir zusagt, in der Hoffnung mich mal so richtig schön sardinenhaft von Herren mit weißen Handschuhen in den Zug stopfen zu lassen. Enttäuscht vom großzügigen Platzangebot setze ich mich in Ruhe zwischen die Einheimischen, die wie hypnotisiert in ihre Klapptelefone starren oder darauf einhacken. Ich hätte wohl zur Rush-Hour kommen sollen, und so lange wie die hier arbeiten und danach noch karaokisieren ist die wahrscheinlich recht spät. Die Ansage der nächsten Haltestelle klingt irgendwie angenehm. Ich steige aus und lande in einem Konglomerat aus Hochhäusern, Bahngleisen, Shoppingmalls und Rolltreppen die überall hinführen, nur nicht raus aus dem Komplex, der sich als der Bahnhof von Shinjuku offenbart und das größte Passagieraufkommen der Welt hat. Ich trage dazu bei.


Mein Hunger klopft wieder an, ich will was essen. Eine schmale, schlauchartige Suppenküche ragt tief hinter die neonleuchtende Fassade eines Geschäftshauses neben dem Bahnhof. Ich setze mich an die lange Theke, die sich durch das Lokal schlängelt.


Der Blick in die Kochtöpfe offenbart:  Hier werden wohl unzählige Variationen von Gaisburger Marsch aufgetischt, sogar Maultaschen schneiden sie da rein. Ich zeige auf den Teller meines Thekennachbarn und hoffe, dass der Kellner kapiert was ich meine. Schade das es keine Algen in Gaisburg gibt, die japanische Variante mundet mir. Hach, wie doof: Das dem Essen beigelegte Sojasoßenplastikaufreisundwegwerffläschchen widersetzt sich zuerst vehement meinem Versuch, mittels Beißwerkzeug an dessen Inhalt zu kommen, disponiert dann doch kurzerhand um und entleert sich über meine leider nicht ganz sojasoßenfarbene Hose. Gute Gelegenheit, lokale Waschbräuche zu erkunden.  Und siehe da: der Münzwaschsalon ist auch in Japan heimisch! Ich kann keinem Münzwaschomat widerstehen, die tollsten Bekanntschaften und Entdeckungen habe ich dort schon gemacht. Der Mann fürs Leben war zwar nicht dabei, aber der Einblick in das Leben jener, denen keine eigene Waschmaschine zur Verfügung steht, hat mich stets fasziniert. Zugegeben: ich bin leicht zu faszinieren, aber auch wieder schnell entfasziniert. Grundsätzlich unterscheide ich zwischen jenen, die aus blanker Not weder Platz noch Geld für eine eigene Maschine haben und jenen, die sich nicht durch eine Waschmaschine binden lassen wollen, folglich dem Waschnomadentum frönen. Der moderne urbane Waschnomade, ein Trend, den die Weißwarenindustrie bislang verschlafen hat. Ich werde sie jedenfalls nicht wecken.

Ein klarer Fall von dorischer Gedankenlosigkeit: Was zieh ich an, wenn meine Hose sich in der Waschtrommel rumtreibt? Schlechte Vorbereitung zwingt zur Improvisation, und die ist im Gegensatz zur Planung meine Kernkompetenz. Ein pinkleuchtender Wäschekorb neben dem Geldwechslomat scheint herren- und damenlose Klamotten aufzubewahren, die irgendjemand mal hat liegen lassen. Ein Jeansrock sieht so aus, als ob er mal wieder ausgehen möchte. Ich leihe ihn mir für die Dauer eines Waschgangs und zwänge mein für japanische Kleidernormen überdimensionierten Po in den Rock.

Vom Anblick der rotierenden Hose kurzfristig hypnotisiert verlier ich mich gerne in Gedanken, insbesondere wenn Münzwaschomaten wie dieser schlecht frequentiert werden. Am Ende meines Gedankenganges, der sich als Sackgasse erweist, drohte Langeweile wie ein ausgehungertes Raubtier. Also: erst mal Gebiet erkunden. Eine hinten links jenseits des Waschmittelomats – hier gibt's für alles einen Automat – leicht verdeckte Tür ist nur angelehnt. Meine Neugierde ist hell wach. Und wenn die mal wach ist, bedarf es elefantenportionene Beruhigungsmittel, um sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Die hätte es im Automaten vor der Tür gegeben, aber ich hab mein ganzes Kleingeld schon in den Waschomat geschmissen, in welchem meine befleckte Hose gerade eine nette Runde dreht. Hinter der Tür befindet sich ein düsterer Gang, ein sonderbares Brummen dringt aus den Gullideckeln, es riecht nach einer Mischung aus Wunderbaum und Fritörin, ist aber sehr sauber, wie eigentlich alles hier. Mein Lieblingsautor, der japanische Haruki Murakami, hat in seinen Büchern so alles Mögliche über das Treiben unterhalb Tokios geschrieben. Da ich seinen Geschichten glauben schenke, wirft ein nicht mehr ganz so leichtes Gefühl der Mulmigkeit seinen Schatten auf das lodernde Feuer meiner Neugier. Ohne Erfolg, denn Schatten haben gegen Feuer nur geringe Chancen. Ich muss mir eingestehen, dass ich mich im Labyrinth der Gänge ein kleines bisschen verlaufen hab. Was zu erwarten war, wenn man mich kennt. Und das sollte ich eigentlich. Eine einsame Nichtplastikpalme neben einem üppig gefüllten Aschenbecher in einem dieser verwinkelten Gänge zeugt von menschlicher Belebtheit, leise dringt Jazzmusik in mein Ohr. Ich folge ihr und entdeckte eine weitere angelehnte Tür, durch deren Spalt die Musik wohl ihren Weg zu mir bahnt. Jenseits der Tür befindet sich eine Treppe nach unten, deren Ende dank Dunkelheit nicht auszumachen ist. Vom Forscherdrang getrieben steig ich unzählige Stufen in den Schlund des Hauses und gelange in einen schummerigen, unübersichtlichen Raum.Wirres Geflecht durchzieht das Zimmer, als ob eine überdimensionale Spinne neugierige Mädchen darin einfangen wolle. Doch mit dorischen Reflexen kann ich der Gefahr entrinnen und schlängele mich durch den katakombösen Raum zur Quelle der Musik – Jazzmusik mit wilden Rhythmen und einem Saxofonisten, der versuchte, jenseits der Grenze zum Lärm Musik zu finden. Ob er an diesem Abend noch erfolgreich sein würde, ist mir nicht klar, doch genieß ich seine Suche. Beruhigt trink ich ein paar der Musik entsprechend komplexe Drinks und vertreibe den gefühlten Restmulm aus der Magengrube. Es ist schon etwas später als ich wieder in die wirren Gänge komme. Jenseits einiger Ecken entdecke ich am Fuße einer weiteren Treppe einen fensterlosen Raum, der eng anliegend um einen Koch und seine Küche geschneidert wurde. Ich entledige mich meiner Stiefel, wie es in guten japanischen Etablissements üblich ist. Sieben Zentimeter kleiner scheint die Decke schon etwas ferner, der Raum gewinnt an Größe. Ob Japaner deshalb stets die Räume ohne Schuhe betreten? Es riecht nach Misosuppe, die der freundliche Herr mir auch gleich in einer Schale reicht. Dazu gibt es erbsenartige Schoten, die ordentlich mit Salz überschüttet wurden. „枝豆!“ (Edamame), sagt der Koch und zeigt auf die Schoten, als er meinen Fragenden Blick sieht. Der alte Salztrick funktioniert auch hier, Durst ist international. Auch Japaner zeigen stolz ihre Sammlung an Alkoholika, hier sind die Wände gesäumt mit Sakeflaschen. Das macht es mir immer einfach, trotz mangelnder Sprachkenntis durch Gestik meinem Begehr Ausdruck zu verleihen. Heißer Reiswein läuft mir wie Öl den Hals hinunter und wärmt Leib und Seele. Ob ich jemals wieder zurück zu meiner Hose finden werde? Diesen Gedanken blende ich vorerst aus. Dafür ist später Zeit.

Tag 3: Glücklich dealphabetisiert





Apropos Hose: Irgendwie habe ich zu wenig Hosen im Koffer. Es fehlt eigentlich immer genau das, was ich gerade brauche. Das ist eine Regel, die in diesem Fall nicht durch eine Ausnahme bestätigt wird, da ich ausgerechnet keine Hose habe, die mit meinem Lieblingsoberteil harmoniert. Solche Probleme löst man am besten mit Geld, in so fern man welches hat. Ausreichend Yen-Scheine offenbart ein Blick ins Portemonnaie. Obwohl ich ohne Schuhe sehr, sehr knapp unter 1.70m groß bin, mache ich mir Sorgen, dass die auf japanische Verhältnisse geschnittenen Hosen nicht passen könnten. Japanerinnen scheinen um die Hüfte extrem schmal zu sein, wie ich gestern in meinem Leihrock feststellen musste. Ich hab sowieso viel mehr Lust auf einen neuen Rock, da kommen die Stiefel, die ich mit noch kaufen sollte, besser zur Geltung. Ich schau mich erst mal um, wie die Einheimischen sich so kleiden.



Gerne bedecken sie ihr Knie, jedoch eher von unten als von oben. Die Schulmädchenuniform mit Faltenrock und Overknees tut es mir besonder an. Noch ist Geld im Beutel, und wenn das ausgehen sollte, dann werde ich einfach meine getragenen Unterhösschen verkaufen. Denk ich mir jedenfalls. Egal. Darüber wollte ich mir später Gedanken machen, erst muss Füllstoff für den Koffer angeschafft werden.

Ein Blick in meine Einkaufstüten zeigte: Das gefährliche Loch in meinem Koffer scheint sich langsam zu füllen, den vielen netten Einkaufsläden sei Dank. Und wenn ich zuviel gekauft hab, brauch ich wohl eine neue Tasche. Oder ich steck's bei meinem lieben Mitreisenden in den Koffer. Der nimmt sowieso nur wieder Blödsinn mit, in diesem Fall halt meinen.




Blödsinn gibts hier an allen Ecken, leuchtend bunt und wunderschön. Wahrscheinlich wär er nur halb so schön, wenn man die Schrift entziffern könnte. So fühle ich mich wohl, in meiner Rolle als Analphabetin, an der die zugekokster Werberhirne entsprungenen Texte schadlos vorbeigleiten. Man sollte sich temporär dealphabetisieren können, dann wäre die Welt durchaus angenehmer. Sprachkundige werden hier nicht durch die Gnade der Ignoranz geschützt und bekommen jene verkaufsfördernde Verbraucherinformationen mit großen Löffeln in die Misosuppe geschüttet. Trotzdem sind sie fidel und freundlich. Die Freude über das bunte Neonlicht sticht wohl dessen verblödeten Inhalt, das Medium ist hier offensichtlich die Botschaft – und die leuchtet farbenfroh. Der Freude trotz totaler Werbebedröhnung muss eine langjährig erlernte Technik zu Grunde liegen, die ihre Wurzeln im 3. Jahrhundert vor Christus hat und seither von asketischen, ganzkörperepilierten Mönchen weitergereicht wird. Ich beschließe, ein entsprechendes Kloster aufzusuchen, um mich dieser Fähigkeit zu bemächtigen. Wenn es mir gelingt, sollte ich in der Lage sein, einen Mediamarkt zu durchqueren ohne dabei bekloppt zu werden.

Tag 4: Das Auge isst mit






Heute Abend lädt mich mein Mitreisender ein, damit ich auch mal was anderes als Suppen zu essen bekomme. Wenn ich schon nicht zahle, will ich wenigstens angemessen eingekleidet erscheinen und ziehe das schöne rote Seidenkleid an, für das ich heute Nachmittag mein Reisebudget geopfert habe. Ich suche zielsicher ein Restaurant auf, das meinem Sinn for Schönes und Feines, aber nicht meinem Geldbeutel entspricht.






Bei der japanische Küche gilt: Das Auge isst mit. Ich aber auch. Die Kaki auf dem Vorspeisenteller ist etwas hart. Sie dient wohl der Dekoration und meiner Blamage. Im Hunger kenn ich da aber nichts. Nur das Blatt lass ich liegen. Um so feiner das Essen, desto kleiner die Portion.





Optisch und kulinarisch beglückt aber trotzdem hungrig ziehe ich nochmals los und stolpere schon wieder über deutsche Küche. Wunderbar für mich, die kein Japanisch spricht: Die Speisekarte, in Plaste nachgebildet und im Schaufenster platziert. Ich will auch so was haben: Blutwürste, Broiler, Schnitzel, Eintopf in unecht, als Deko für mein Fenster. Mein Magen muss auf einheimische Kost noch einen Tag warten, denn morgen muss ich leider zurück fliegen.



Ich kaufe mir vom restlichen Geld beim nächsten Seven Eleven noch ein paar Dorayakis – rote Bohnenpaste zwischen zwei kleinen Pfannkuchen – die nicht nur toll heißen sondern auch essbar sind und gehe zurück ins Hotel.

Tag 5: Abreise




Am nächsten Morgen bekommt mein Mitreisender Frühstück aufs Zimmer, weil wir früh zurückfliegen müssen. Das Hotelfrühstück ist der Hotelzimmereinrichtung entsprechenden internationalen Einheitsnorm unterworfen, sodass internationale Businesskasper trotz jetsetendem Lifestyle nie durch lokale Eigenheiten aus ihrem Rhythmus gebracht werden, also nicht an kulinarischem Jetlag leiden müssen. Ich hätte lieber eine Portion Algen, und komischen Fisch, der sich roh auf dem Teller räkelt und Suppe mit bunten Einlagen. Gibt es aber nicht. Gute Laune auch nicht. Ich will nicht zurück nach Hause, will in Tokio bleiben. Ich lasse die Welt an meiner Laune teilhaben. Sie ist das gewöhnt von mir. Sie sollte es jedenfalls sein. Auch egal. Ich hasse Flugzeugfraß.



Mittwoch, 2. Mai 2012

Ode an Stuttgart






Viele Stuttgarter zieht es nach Berlin. So auch Edward Stockton, ein Musiker der mir immer wunderschöne Lieder gesungen hat. Seit einem Jahr lebt er dort und hat ein Lied über seine alte Heimat geschrieben: Ode to a city. Manchmal muss man etwas hinter sich lassen, um seine Schönheit zu erkennen.

Um es anzuschauen muss man sich von der Decke abhängen, einen Kopfstand machen oder die Augen so verdrehen, dass man andersrum gucken kann. Da der Text so schön ist kann man ihn hier auch lesen. Ich habe ihn auch auf den Kopf gestellt, damit man beim Videoschauen unproblematisch mitlesen kann.




Also gut, noch mal andersrum:




beloved city

I told a lie

I left your care

I left your sight

I found this whore up in the north

I played bad games with you


sure I had to find myself

and find out what you knew before

I had to see that all I need

you´ve got it all for me


please take me back I´m your lost son

I didn´t know before I was gone

the stars are so much brighter here

my heart belongs to you


the whore up in the north I killed

I took a knife and pushed it deep

and as she cryed

and ask me why

I told her that it´s all for you


I thought a walk could set me free

I took my bag 123

the first train to another land

a stranger on the road


what did I find I cannot tell

another threat, another hell

a girl I met but she was pain

she was a bitch we played a losing game


day by day I walked around

and listened to the city sounds

but she never sang a song like you

she was hard on me she ate my boots

please take me back ...


newborn stars are hard to find

and if you can´t remember mine

come back and I´ll do my best

to light them up and give you rest

please take me back ...


Dienstag, 17. April 2012

Verkatzung des Netzes

[caption id="attachment_7358" align="aligncenter" width="584" caption="DORATZE!"][/caption]

Wie jeden Morgen gleite ich über die Wellen des Netzes und beobachte die fortschreitende Verkatzung. „Web Catification“, so der Fachausdruck, den ich mir grade aus den Finger gesaugt habe. Unter Netzhistorikern herrscht ja immer noch Dissens über die Ursprünge des weltweiten Datennetzwerkes. Die einen schieben die Schuld in die hochhackigen Schuhe der Pornobranche, die ja schon den Videorekorder (komischer Kasten aus der Präyoutubalen Phase) und andere Medien zum Erfolg gebracht haben soll. Die anderen – zu denen ich mich natürlich zähle – haben erkannt, dass die Verbreitung von Katzenbildern die ureigene Triebfeder war, die Computer dieser Welt miteinander zu verknüpfen. Apropos Tier: Spider crawlen das World Wide Web um Informationen zu sammeln und analysieren, damit sie mal gegen einen verwendet werden können. Im Gegensatz zu Katzen machen sie das aber unsichtbar. Katzen sind die Rampensäue, die sich auf Pinwänden und in Blogs tummeln. Das hat Konsequenzen, die nicht nur angenehm sind: Täglich verbrauchen Katzen ca. 12 Petabyte virtuelles Katzenstreu und erlegen unzählige Maustreiber. Eine wachsende Anzahl von Rechnern leidet an Digitaler Katzenhaarallergie, was sich in allgemeiner Verlangsamung des Systems, Abstürzen und verlorenen Dateien zeigt. Die Symptome ähneln denen von Viren, die Allergie kann jedoch von keinem Antivirenprogramm überlistet werden. Hier ist Forschungsbedarf! Das Institue for Catological Studies in Portland, Oregon, hat erst unlängst eine eigene Abteilung für Digitale Allergologie gegründet. Insbesondere für Hundefreunde ist die Netzverkatzung weniger wünschenswert, aber das tangiert mich nicht, da ich ganz klar der Katzenfraktion angehöre und somit auch eine Teilschuld an der Verkatzung des Netzes trage.

Dienstag, 3. April 2012

Doras Monatsbuch



Wenn das hier so weitergeht, muss ich den Blog hier in Doras Monatsbuch umbenennen. Es ist ja nicht so, als ob ich nichts zu sagen hätte, erlebt hab ich genug. Nur halt nicht darüber geschrieben. Auch der virtuelle Tag hat nur 24 Stunden. Noch. Ich arbeite an einer Zeitlochmaschine, die das ändern wird.

Ich bin viel verreist, zusammen mit meiner neuen Freundin Thea Schattenwald. Dass sie so heißt wie unsere Künstlergruppe, ist natürlich reiner Zufall. Gemeinsam ergründen wir die Regionen, in denen die materielle und  virtuelle Realität aufeinanderstoßen und sich überlappen. Oder vermischen einfach die beiden Welten, hüpfen nach Lust und Laune auf die eine oder andere Seite, am liebsten auf beide zugleich.

Politisch interessiere ich mich auch noch, was grade so geht. Bürgermeisterkandidaten werden derzeit gesucht und ins Rennen geschickt. Jemand hat mich gefragt, ob ich das machen wollte, aber so verrückt bin ich auch wieder nicht. Man stelle sich vor: Den ganzen Tag Wahlkampf, Hände wundschütteln, von Plakaten grinsen (okay, dazu wäre ich selbstdarstellerisch genug), in Parteien Ränke schmieden und dergleichen. Zum Glück liefe ich keine Gefahr, gewählt zu werden. Denn dann wäre ich Chef von unzähligen Beamten, müsste mich um die Verwaltung der Stadt kümmern. Das könnte ich der Stadt nicht antun, dazu liebe ich sie zu sehr. Und mir auch nicht.

Letztendlich stehen derzeit zwei Kandidaten, die beide Chancen haben: Turner und Kuhn. Turner ist ein Werber, der weiß, wie man Leuten Dinge andreht, die sie nicht brauchen. Das macht mir Angst. Alle anderen, die mitmischen, wie die Meisterbürger, wollen halt in der Medienbugwelle surfen. Das ist ja eigentlich mein Metier: So tun als OB. Ich muss ja nicht wirklich. Das ist das schöne an der Virtualität. Mein Favorit derzeit: Berufskandidat Schroeder.

Dienstag, 14. Februar 2012

Die große Wunde



Heute ist es wohl so weit: Der Mittlere Schlossgarten Stuttgarts wird geräumt, damit Platz für die Baugrube des Erdbahnhofs Stuttgart 21 geschaffen werden kann. Dabei im Weg: Die wunderschönen alten Bäume des Parks. Die sollten eigentlich alle verpflanzt werden, das hat die Bahn als Resultat der Schlichtung versprochen. Das Versprechen werden sie brechen.

Die Bäume werden für den neuen Bahnhof geopfert. Ob das Opfer gerechtfertigt ist oder nicht, darüber sind sich die unterschiedlichen Parteien nicht einig. Aber eins ist klar: Die Zerstörung wird eine tiefe Wunde in die Mitte der Stadt schlagen, auch symbolisch. Das kann auch niemandem egal sein, der für den Neubau des Bahnhofs ist.

30.000 Bürger haben sich bei den Parkschützern eintragen lassen und heute ist der Tag, an dem es um die Wurst geht. Ich hoffe, dass viele Leute, die sich in den letzten Jahren gegen die Zerstörung des Parks ausgesprochen haben, heute kommen, um zumindest Abschied zu nehmen. Wahrscheinlich sind nur wenige bereit, aktiv gegen die Räumung vorzugehen, aber es wäre ein gutes Bild, wenn so viele Menschen wie möglich anwesend wären und zeigen, dass es uns nicht egal ist, wenn so etwas geschieht. Wir werden der Übermacht der Polizei nichts entgegensetzen zu haben, aber wir können Zeugen sein und zeigen, dass wir um unsere Bäume trauern.

Ich wünsche mir, das auch jene dort anwesend sein werden, die verantwortlich für die Zerstörung sind. Auch ihnen kann es nicht egal sein, wenn wir dieses Opfer für ihre Zukunft bringen. Auch die Landesregierung, insbesondere Kretschmann, täten gut daran. dieser Hinrichtung beizuwohnen, um zu sehen und Anteil daran zu haben, wenn der Seele der Stadt eine tiefe Wunde zugeführt wird.

Ich wünsche mir, dass alles gewaltfrei abläuft, und ebenso wünsche ich mir, dass die Rodung in letzter Sekunde verhindert werden kann.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Neue Heimat für unsere Bäume




[caption id="attachment_7290" align="aligncenter" width="584" caption="Grab mit!"][/caption]


Fortschritt ist, wenn der Bagger rollt. So denken viele, auch in Stuttgart. Und da Stuttgart gerne ganz vorne mit dabei wär, sollen dort bald Kolonnen von Baggern rollen. Doch wo Bagger rollen, da stören Bäume. Sie stehen einfach so im Weg rum. Kein Problem, sagen sich die Bautypen, und machen Kleinholz aus ihnen. Bauernopfer müsse gebracht werden. Meine Kollegin Thea Schattenwald findet das gar nicht gut und hat da eine Idee: „Stell dir vor, die Leute würden wenigstens die ganz kleinen Bäume ausgraben und ihnen eine neue Heimat geben.” Natürlich muss man vorher klären, wie das geht und ob man das überhaupt darf. Aber mal ganz ehrlich: Es ist doch besser, wenn ein Baum im Wald oder sonstwo statt dem Fortschritt im Wege steht.






Sonntag, 22. Januar 2012

Direkte Absurdität



Heute gesehen: Top-Argument gegen direkte Demokratie. Nicht das ich denke, dass Kinderschändern Gnade widerfahren sollte, aber es ist schon erschreckend, wie man die zivilisatorische Errungenschaft der Abschaffung der Todesstrafe so einfach infrage stellt, wenn die Emotionen hochkochen. Wie viele zu Unrecht wegen Kinderschändung Verurteilte wären wir bereit zu töten, um dem Auge um Auge-Prinzip gerecht zu werden? So lange es kein fehlerfreies Rechtssystem gibt, ist so eine Forderung absurd. Eine Volksabstimmung zur Todesstrafe nach einem durch die Medien gejagten Schändungsfall ergäbe ein eindeutiges Ergebnis, nach der posthumen Rehabilitierung eines Unschuldigen sähe es genau anders rum aus. Auf wie viele Priester würde dann das Schafott warten? Vielleicht wäre es sinnvoller, die Verfolgung solcher Fälle zu vereinfachen, jene die solche Fälle vertuschen härter ran zu nehmen (würde der Kirche auch nicht gefallen) und besser abzuwägen bevor ein Kinderschänder wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Das ist komplexer und lässt sich halt nicht so einfach auf eine Autoscheibe neben ein kulleräugiges Mädchen drucken. Ich bin froh, dass das Volk nicht mit so diffizilen Fragen überfordert wird und dann die Bildzeitung und RTL entscheiden, wo's lang geht.

Montag, 9. Januar 2012

Nanostrukturnagellack



Neue Fotos von Frank und Steff über eine wunderschöne Zukunft. Den Text hab ich geschrieben:

The bliss of nanostructure nail varnish

For some it ‘s menacing, but the Dautrys have decided to embrace the bliss of progress. „If you can’t stop it, utilize it!“, as Marie II likes to say. Raoul looks toward a radiant future, where sorrows of the past will long be forgotten. Meanwhile Marie I simply adores the delicate reflections on her nanostructure nail varnish.

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Models: Jelena, Marie & Andrew
Haare/Make-Up: Rahel Täubert
Styling: Fidan Baran

Sonntag, 8. Januar 2012

2011

[caption id="attachment_7247" align="aligncenter" width="584" caption="Foto: Lisa Nerz (http://lisanerz.blogspot.com/)"][/caption]

2012 – Das Jahr des Weltuntergangs hat angefangen. Den Weltuntergang fürchte ich nicht, die Sonne geht ja schließlich täglich unter – und am nächsten Morgen dann doch wieder auf. Auch 2011 haben meine Welt und ich gut überlebt.

Gleich im Januar hab ich beschlossen, jeden Tag zu bloggen – Ein Vorhaben, an dem ich fulminant gescheitert bin. Aber Scheitern gehört bei mir zum Programm, ich vergrößre meinen Scheiterhaufen täglich. Apropos scheitern: Am meisten hab ich mich darüber gefreut, dass die CDU-Landesregierung und ihr ekeleregender Obermotz Mappus daran gescheitert sind, wiedergewählt zu werden. Wenngleich es bis heute nicht gelungen ist, Stuttgart 21 zu stoppen, hat es der Protest geschafft, die CDU nach 58 Jahren Herrschaft vom Tron zu verjagen! Der Ausstieg Deutschland aus der Atomkraft war mir ein inneres Lachsbrötchen und die schönste Belohnung für all das Frieren auf Demos letzten Winter.




[caption id="attachment_6437" align="aligncenter" width="300" caption="Bild: Eva Teigelkötter"][/caption]

Am 25. Februar wurde ich 36 und viele Gäste kamen mit Geschenken! Da ich wissen wollte, wie meine Freunde sich mich vorstellen, bat ich sie ein Porträt von mir zu zeichnen, basteln oder schreiben. In der Stuttgarter Zeitung erschien ein Artikel über die Feier!




[youtube=http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=0xav_ytbg28]

Im April habe ich meine erste eigene Ausstellung in der XS-Gallery in Stuttgart. Viele Leute kamen und tauschten Gedanken und Lebenslügen auf Post-Its mit mir aus.


Im Mai legte das Team Dora Asemwald Racing los und fuhr die Allgäu-Orient-Rallye, kam aber nie in Jordanien an. Eine Odyssee auf Seelenverkäufern durch's Mittelmeer führte leider nicht ins Ziel.


[youtube=http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=VD2ykUCnf40]


Im  Sommer hab ich einen neuen Ort entdeckt, der mich begeistert hat: Unser Pavillon. Der containerartige Bau wurde von Künstlern erdacht und in den Mittleren Schlossgarten gestellt, genau zwischen die Zelte, die im Schlossgarten nach dem 30.9. letzten Jahres aufgestellt wurden. Dort hab ich die Pavillonistin, Kunsttherapeutin und Künstlerin Karin Rehm kennen gelernt und wir haben uns sofort ins Herz geschlossen! Zusammen mit ihr hab ich zuerst eine Ausstellung der Schlossgarten-Fotos von Frank & Steff und Peter Franck gemacht.


Das hat so schön geklappt, dass Karin bei mir in der Galerie einstieg und wir die  Künstlergruppe Schattenwald gegründet haben, über die es dieses Jahr noch mehr zu lesen gibt.



Im November habe ich dann ein paar Arbeiten zum Thema Widerstand gegen die Übel dieser Stadt im Pavillon ausgestellt und mit Karin zusammen neue Loch 21 Projekte durchgeführt. Die Galerie ist aus ihrer Totenstarre erwacht und das Loch wird weitergegraben!




Und zu guter letzt hab ich noch eine Band mit der Sängerin Maren Katze gegründet: Katzenwald. Die ersten 2 Lieder sind schon online!
http://www.myspace.com/katzenwald 



Alles in allem war's ein großartiges Jahr, hab tolle Menschen kennen gelernt, wilde Sachen erlebt und viel Spaß gehabt. Für's nächste Jahr ist auch schon so einiges geplant. So werde ich zum Beispiel in einem Krimi meiner Freundin Lisa Nerz mitmachen und weiterhin die virtuelle und begehbare Welt und den Raum drum herum ergründen. Ich freue mich wenn ihr wieder hier vorbei schaut!

Eure Dora

Wer wissen will, was 2010 bei so mir ging:

http://asemwald.wordpress.com/2011/01/04/freitagseintopf-2010/

Dienstag, 13. Dezember 2011

Ein Ort für bewegte Bürger


Der Volksentscheid hat ergeben: Das Land Baden-Württemberg soll nicht aus der Finanzierung des Großbauprojektes Stuttgart 21 aussteigen. Für die Bahn bedeutet das der Startschuss, mit dem Projekt richtig loszulegen. Viele Gegner fassen dies als Legitimation für den Bau des Bahnhofs auf, auch wenn seine Finanzierung noch nicht geklärt ist. Andere wollen bis aufs Letzte Park und Bahnhof verteidigen. Währenddessen wird das neue Stuttgart geplant. Vor lauter Bahnhof hat keiner bemerkt, dass jetzt schon ganze Häuserblöcke wie im Gerberviertel abgerissen werden, um Shoppingcenter und Büroleerstand hinzuklotzen..Das Gebiet, auf dem heute noch Gleise liegen, wird neu geplant und keiner interessiert sich so richtig dafür. Wenn das neu gefundene politische Bewusstsein in Radikalisierung oder Rückzug verläuft, haben wir nichts gewonnen.



Plattform für Aktive

Es gibt auch einen dritten Weg: Unsere Stadt braucht eine Bürgerbewegung, die sich jenseits der Bahnhofsfrage für eine bürgerfreundliche Stadtentwicklung engagiert. Und diese Bewegung muss offen und sichtbar sein. Sie braucht einen Ort, der als Anlaufstelle und Dialogzentrum für Bürger dient, die die Zukunft ihrer Stadt nicht den Großinvestoren überlassen wollen. Ein solchen Ort gibt es schon, doch der steht auf verlorenem Boden: „Unser Pavillon“ steht derzeit dort, wo ab Januar die Bagger rollen werden. Der containerartige Bau dient als Informations- und Ausstellungsplattform dieser neuen Bürgerbewegung und ist nicht nur Anlaufstelle für Aktivisten und Künstler, sondern auch interessierte Passanten. Bislang wurde der von Stadt und Land nur geduldete Pavillon mit viel persönlichen Engagement und Herzblut von ein paar Leuten ehrenamtlich betrieben. Doch um den Pavillon an einem neuen Ort auf einer soliden, legalen Basis weiter zu betreiben, bedarf es der weiteren Unterstützung von uns allen. Dazu sollen auch Gespräche mit der Stadt über finanzielle Unterstützung und einen geeigneten Standort geführt werden. Das Team vom Pavillon sucht deshalb engagierte Leute, die sich an der Weiterentwicklung des Pavillonkonzepts beteiligen wollen.



Frische Ideen braucht das Land
Ich persönlich würde mir ja wünschen, wenn insbesondere junge Leute dem Aufruf folgen würden. Sie sind es, die die Früchte ihrer Arbeit ernten können, denn es handelt sich um langfristige Prozesse. Sie müssen neue Wege finden, wie Bürger in die Stadtentwicklung besser integriert werden können. Und dazu brauchen wir frische Ideen und die Bereitschaft, das Gewohnte auf den Kopf zu stellen und unkonventionelle Lösungen zu suchen. Wenn wir uns auf die Ideen der Politik verlassen, haben wir nichts dazu gelernt. Als engagierter Bürger reicht es nicht, alle paar Jahre ein Kreuzchen zum machen. Sonst kommt das nächste Stuttgart 21 bestimmt.



Noch ein Hinweis: Es eilt! Wenn ihr Interesse habt, dann meldet euch so schnell wie möglich beim Pavillon:










Noch ein paar Infos rund ums Thema:

  • Eine interessante Bürgerbewegung in Stuttgart nennt sich „Meisterbürger“. Ein Bürgernetzwerk, dass sich zum Ziel setzt mitzuregieren, anstatt regiert zu werden.
    http://meisterbuerger.org/

  • Hier informiert die Stadt darüber, wo gerade gebaut wird:
    http://stuttgart-baut.de/

  • Das größte städtebauliche Projekt im Zuge von Stuttgart 21 ist das Rosensteinviertel. Auf der Webseite steht zu oberst: „Wir gestalten unsere Stadt von morgen“. Derzeit befindet sich das Projekt in der „Inspirationsphase“. Diesen Mittwoch, dem 14. Dezember, startet eine Veranstaltungsreihe bei der es die Möglichkeit zur Diskussion geben soll. Es lohnt sich den vorgesehenen Beteiligungsprozess genau unter die Lupe zu nehmen.
    http://www.rosenstein-stuttgart.de/

  • Das passiert, wenn Investoren die Stadt gestalten:
    http://www.das-gerber.de/


Hier der Aufruf von der Facebookseite von „Unser Pavillon“:
https://www.facebook.com/unser.pavillon

Aufruf zur Mitwirkung


Die junge Bürgerbewegung in Stuttgart hat keinen Grund zur Resignation, sie muss jetzt mit frischer Kraft weitergehen, dazu haben wir einen Auftrag und eine historische Verpflichtung! Wir wissen, dass es um mehr als einen Bahnhof geht und daher haben wir als Bürgerbewegung, die knapp die Hälfte der Stuttgarter Bevölkerung vertritt, einen legitimen Anspruch auf eine dauerhafte, prominente Präsenz im öffentlichen Raum.


Lasst uns diese Chance nutzen und ein starkes Projekt mit unserer geballten Kompetenz initiieren: Aus dem Projekt Unser Pavillon können wir ein gemeinsames, längerfristiges und finanziertes Projekt heraus entwickeln! Das geht jedoch nur, wenn sich genügend Menschen zusammentun und ihre Kräfte bündeln.


Daher unsere Frage: Wer kann sich vorstellen bei einem zukünftigen Projekt in Anknüpfung an das aktuelle Pavillon-Projekt mit einem neuen, gemeinsam erarbeiteten Konzept aktiv dabei zu sein?




Und noch zu guter Letzt: Das Hemdchen, das ich auf dem Bild trage, hat meine Freundin, die Künstlerin Karin Rehm erfunden. Ich werde es bald zum Kauf in ähnlicher Form feilbieten. Karin hat mir auch dabei geholfen, diesen Text zu formulieren. Sie ist Urpavillonistin, hat ihn mit eigenen Händen mit aufgebaut und unzählige Mal dort „Dienst geschoben“.





Montag, 28. November 2011

Weiterärgern und fertig bauen.



Als gute Demokratin, so habe ich  vielfach gehört, darf ich jetzt nicht mehr gegen ein vom Volk legitimiertes Bauprojekt auf die Straße gehen, muss die Kröte schlucken und das Maul halten. Es sei dahin gestellt, was ich von der Volksabstimmung über die Bahnhofsfrage halte. Aber klar ist: Es wird gebaut. Zumindest mal damit angefangen. Bis das Geld ausgeht. Einerseits sagt die Bahn, dass 4.500.000.000 Euro ausreichend seien. Andererseits sagte Bahnchef Grube aber auch, dass sich das Land wie alle Projektpartner an etwaigen Mehrkosten beteiligen muss. Ministerpräsident Kretschmann behauptet jedoch, dass das Land keinen Cent mehr als der veranschlagte Anteil zahlen wird. Gebaut soll trotzdem werden, obwohl keinem klar ist, wer die Rechnung dann zahlt, die garantiert kommen wird. Und da niemand gerne vor Bauruine 21 stehen möchte, wird im Falle von Kostenlimitüberschreitung halt doch Landesgeld in den Schlund des Erdbahnhofs verschwinden, denn keiner hat dann die Eier zu fordern, die Grube wieder zuzuschütten.

Als gute Demokratin schickt es sich vielleicht nicht, weiter gegen S21 zu demonstrieren, aber für eine klare Aussage zur Finanzierung kann man ruhig weiterhin auf die Straße gehen.

Wenn die Bahn ihren eigenen Zahlen glauben würde, könnte sie ja ohne Probleme die Mehrkosten übernehmen, die es aus ihrer Sicht nie geben wird. Es mag gängige Praxis sein, Projekte mit zu knapp kalkulierten Kosten politisch durchzusetzen, aber ich sehe nicht ein, dass die Bürger dieses Landes dafür aufkommen müssen. So lange seine Finanzierung nicht geklärt ist, darf mit dem Bau des Erdbahnhofs nicht angefangen werden.

Mich hätte übrigens interessiert, wie das Land abgestimmt hätte, wenn die erdbahnhofsfreudige Mehrheit direkt dafür gerade stehen müsste. Wie viel Privatvermögen wäre jeder von denen bereit, in ihre Version der Zukunft von Stuttgart zu investieren? Leider herrscht die Einstellung, dass irgend jemand schon die Rechnung bezahlen wird. Dieser Gedanke ist Vater unserer Eurokrise und widert mich an.

Als gute Demokratin akzeptiere ich des Volkes Wille, werde aber nicht aufhören, wach zu bleiben. Stuttgart wird sich in den nächsten Jahrzehnten drastisch ändern. Der Ruf nach mehr Partizipation des Volkes wurde laut, die Politik denkt über Vereinfachung von Bürgerentscheiden nach. Das stellt uns als Bürger in die Verantwortung, die Entwicklung kritischen Auges zu begleiten. Auch wenn es für viele frustrierend sein mag, dass der Widerstand nichts verhindern konnte, dürfen wir jetzt nicht aufgeben und uns beleidigt zurück ziehen. Gerade jetzt ist es wichtig, unser neu gefundenes politische Bewusstsein weiter zu leben und eine aktive Rolle an der Entwicklung unserer Stadt und unsere Landes einzunehmen. Demokratie funktioniert nur, wenn der Souverän, das Volk, kritisch, wach und verantwortungsbewusst handelt.

Freitag, 18. November 2011

Löcher begreifen



Neues aus unserer Galerie:

Am Freitag den 18. November gibt's eine Aktion in unserer Ausstellung. Karin lässt Leute haptisch das Grab-Mit-Gefühl erleben. Hier der Aufruf:
Lochworkshop am Modellgrabfeld

Übe dich im Lochgraben in unserem Modellboden! Lege Hand an die Erde an und fühle, wie dein Loch entsteht.

Dieser Workshop ist für alle jene, die aktiv an der Belochung unserer Stadt teilhaben wollen. Nebenan könnt ihr sogar an der Lochplanung teilhaben und mitbestimmen, wo in Stuttgart zuerst gegraben werden soll. Im Programm inbegriffen ist sachkundige Begleitung seitens einer versierten Lochologin.

Des weiteren kann man noch bei unserer Lochplanungsaktion teilnehmen, bei der eine große Luftansichtskarte von Stuttgart an der Wand hängt:
Hier entsteht ein Loch!

Das größte Loch der Welt – im Zentrum Europas. Nichts geringeres will die Initiative Loch 21 in Stuttgart verwirklichen. Alle Bürger der Stadt sind dazu aufgefordert, an dieser Aktion teilzunehmen. Packt eure Schaufeln aus und grabt mit! Bei Loch 21 wird Bürgerbeteiligung groß geschrieben. Doch wo fangen wir an? Engagiert euch und steckt eine Fahne in die Karte, und zeigt, wo zuerst gegraben werden soll. Schreibt uns dazu, wieso ihr denkt, dass dort ein Loch die Stadt verschönern würde!

Die Aktionen sind Arbeiten der Künstlergruppe Schattenwald.

https://www.facebook.com/event.php?eid=291309557567739
Freitag, 18. November · 16:00 - 19:00

Unser Pavillon, Mittlerer Schlossgarten, Stuttgart

Donnerstag, 17. November 2011

Busausfahrt gegen den Erdbahnhof

Bald ist es soweit: In Baden-Württemberg wird vom Volk über ein obskures Finanzierungsgesetz abgestimmt. Der Wahlzettel ist kompliziert und verwirrend, die Materie sowieso. Letztendlich hat man eine Wahl: Ja oder Nein. Ja heißt, man will das Milliardenprojekt Stuttgart 21 nicht haben, Nein bedeutet, dass man es haben will. Um Verwirrung vorzubeugen beschränkt sich der Wahlkampf auf eine klare Aussage, wo man das Kreuzchen hinmachen soll. Die Erdbahnhoffreunde klotzen mit Plakaten im ganzen Land, denn sie haben eins: Geld. Das haben die Gegner nicht, sind auf private Spenden und viiiiiiel Idealismus angewiesen. Darum will ich hier mal eine schöne Aktion erwähnen, die jene erreichen soll, die fern ab der Bahnhofsfrage leben, aber trotzdem gefragt sind. Hier der Aufruf:
Am 19.11. und 26.11.  fahren wir mit Bussen in ländliche Regionen, wo die Bahn nicht hinkommt.

In jedem grösseren Ort halten wir am Marktplatz, springen raus und verteilen ca. 15 Minuten Infomaterial. Dann heisst es “Alle Mensch an Bord”, und es geht weiter zur nächsten Station. Das Ganze geht ca. von 7:30 bis 15:00.

Wir hatten zunächst 2 Busse Reserviert – Nun, wegen grosser Nachfrage, stehen 3 Busse bereit. Natürlich fahren alle Busse in verschiedene Richtungen

Wenn Du an unserer Kaffeefahrt teilnehmen willst, kannst Du Dich noch per Email bei uns melden. Wir versprechen auch, weder Rheumadecken noch Tiefbahnhöfe zu verkaufen.

http://volksabstimmung-s21.org/cms/aktion/flashmob/

Dienstag, 8. November 2011

Grab mit!



Die Galerie lebt wieder! Erst vor kurzem habe ich Karin in unser Galeristen-Team mit aufgenommen, und schon machen wir unsere erste offizielle gemeinsame Ausstellung. Nun gut, ohne sie wäre die letzte Ausstellung nie zu Stande gekommen. Diesmal zeigen wir was in eigener Sache, denn es geht um mein Treiben im Widerstand gegen Stuttgart 21. Da ist natürlich das größte Thema die Initiative Loch 21, wozu es auch neue Sachen zu sehen gibt – und zum mitmachen! Ihr dürft euch – zumindest virtuell – bei der Verlochung unserer Stadt beteiligen. Es wird schöne Buttons geben und hoffentlich einen netten Abend mit viel Spaß. 

 

Ausstellung: Grab mit! Dora und der Widerstand. 

Vernissage: 

 

Montag, 14. November 2011
ab 19 Uhr
Unser Pavillon, Mittlerer Schlossgarten, Stuttgart



Montag, 7. November 2011

Schwer kommunizierbar

Ich les' grad in Spiegel und Stern, dass der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger schon lange wusste, das das Milliardenprojekt Stuttgart 21 noch mehr Milliarden kosten würde, die Zahlen aber zurück gehalten hätte. Landesbeamte hätten damals auf Basis von Bahnunterlagen Gesamtkosten von mindestens 4,9 Milliarden Euro kalkuliert, einen Endbetrag von bis zu 6,5 Milliarden Euro aber sogar für wahrscheinlicher gehalten, so der Spiegel. Auf Wunsch von Oettinger wurden die Kostenberechnungen abgebrochen, da die Zahlen „in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar“ sein.

Toller Trick, den merk ich mir! Wenn ich mal beim Lügen erwischt werde, behaupte ich einfach, die Wahrheit wäre halt schwer kommunizierbar gewesen. Beschimpft mich jemand als Lügenpack, echauffiere ich mich natürlich! Und wenn's dann um diese „Wahrheit“ geht, sag ich einfach: Scheiß der Hund drauf! Wir fragen jetzt einfach das Volk. Und wenn nicht mindestens ein paar Millionen sagen, dass ich lüge, dann erkläre ich die Lüge kurzerhand zur demokratisch legitimierten Wahrheit. Und wer sich dann noch beklagt wird in einen Container auf dem Wasen gesperrt.

Montag, 31. Oktober 2011

Erdbahnhof ist GEIL!



Ich habe mir zum Selbstschutz einen Spamfilter ins Hirn installiert. Der bewahrt mich zum Beispiel vor dümmlichen Werbekampagnen und Titelseiten der Bildzeitung, die überall leicht verdaulichen Blödsinn in großen Lettern offerieren. Diese Form von Ignoranz macht mein Leben schöner, es hält Unliebsames aus meiner Lebenslüge fern. Ab und an schau ich aber doch mal nach, was so alles im Fusselsieb des Spamfilters hängengeblieben ist, bin ja doch recht neugierig. In der Kategorie „Geiz ist geil“ ist mir dann doch was ins Auge gestochen: „Wir sind doch nicht blöd“, Mediamarkt-Optik aber kein Krimskrams zur elektronischen Unterhaltung für 555 Euro, sondern ein „Nein“ zum Kündigungsgesetz. Seit wann macht der Mediamarkt Politik? Äh, halt! Nicht Mediamarkt, www.fuerstuttgart21.de ist der Absender der etwas irreführenden Werbebotschaft. Anlass ist eine Volksabstimmung über die Finanzierung des Milliardenprojekts Stutttgart 21 durch das Land Baden-Württemberg. Das Thema ist komplex, die an der Wahlurne gestellte Frage ist so unverständlich wie eine Steuererklärung und der Bedarf an Aufklärung durchaus gegeben, da Souverän Volk nur dann sinnvoll entscheiden kann, wenn er weiß worum es eigentlich geht. Aufklären ist langwierig und bei vielen mangels Interesse erfolglos, drum kann man auch Meinung machen, dachte sich der IG Bürger für Baden-Württemberg e.V. und verkleistert das Land mit Grobgeschnitztem à la „Randale statt Demokratie – wir sind doch nicht blöd!“. Hinter einem Komplettausrutscher wie dem „Tu' IHN unten rein“-Hemdchen stehen einzelne Verwirrte, doch diese Kampagne hat System, sie ist ernst gemeint. Am besten, jeder schaut sich mal in Ruhe die Plakatserie an, und macht sich ein eigenes Bild davon, auf welchem Niveau diese Gruppierung von Erdbahnhofsfreunden versucht, Stimmen zu fangen. Und wie immer: Wenn das die besten Argumente für den Weiterbau sind, dann gute Nacht!

[gallery order="DESC" columns="4" orderby="title"]

Die Plakatmotive gibt's frei zum Runterladen bei http://www.fuerstuttgart21.de/.

PS: Falls euer Interesse doch tiefer geht als „oben bleiben=ja, oben ohne = nein“, hier der Wortlaut der Frage und der Gesetzesvorlage, um die es geht:
„Stimmen Sie der Gesetzesvorlage 'Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21' (S21-Kündigungsgesetz) zu?“

Bin mal gespannt, wie viele Wahlberechtigte Baden-Württemberger diese Frage kapieren. Naja, wenn das Volk als Souverän hier direkt entscheiden soll, dann muss man ihm auch die Kompetenz zurechnen, zu verstehen worum es geht. Hier mal die Gesetzesvorlage, der man zustimmen kann, aber nicht muss:
Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den
vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt
Stuttgart 21 (S 21-Kündigungsgesetz)
§ 1
Kündigung der Vereinbarungen
Die Landesregierung ist verpflichtet, Kündigungsrechte bei den vertraglichen
Vereinbarungen mit finanziellen Verpflichtungen des Landes Baden-Württemberg für
das Bahnprojekt Stuttgart 21 auszuüben.
§ 2
Inkrafttreten
Dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft.

Es soll also darüber abgestimmt werden, die Mitfinanzierung von S21 durch das Land in Höhe von 824.000.000 Euro beendet werden soll. Wer besser verstehen will, um was es am 27. November geht, kann das hier auf einer einigermaßen neutraler Seite nachlesen: www.lpb-bw.de/volksabstimmung_stuttgart21.html.

http://aussteiga.de/

http://infooffensive.de/

http://www.fuerstuttgart21.de/

Samstag, 29. Oktober 2011

Verlassen der Materialität



Vorgestern war ich mal wieder in der xsGallery, bei deren Eröffnung ich damals eine Ausstellung machte. Diesmal wurde ein Fotograf angekündigt, der etwas vom Verlassen der Materialität in seiner Ankündigung (siehe unten) schrieb. Da ich selbst dort immer noch nicht angekommen bin, interessiert mich das Thema natürlich. Also: Nichts wie hin. Die Bude und die davor liegende Straße sind zum Bersten voll, drinnen spielt schon eine kleine Band (eine Bigband hätte da wohl kaum Platz drin), die sich Wohoo! nennt, aber nicht so klingt.

[caption id="attachment_7029" align="aligncenter" width="584" caption="Wohoo! machen Musik."][/caption]

Schnell ein Bier holen und raus aus dem Gedränge, Bilderschauen muss warten bis sich das Ganze etwas leert. Draussen treffe ich den Künstler: Matthias Kaiser, ein junger Fotograf, der hier seine erste Ausstellung macht.

[caption id="attachment_7032" align="aligncenter" width="584" caption="Matthias Kaiser, hier ganz materiell."][/caption]

Er zeigt mir seine Bilder, in denen er Menschen in ihrem Alltag fotografiert hat. Fast ihrem Alltag, den sie hängen schwerelos über dem Boden. Befremdlich und faszinierend, das Verlassen der Materialität halt. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Bilder heute oder morgen vor Ort anschauen (Heute von 19:00 bis 23:00, morgen von 14:00 bis 18:00). An der Wand wirken sie noch einiges schöner als auf dem Schirm. Für jene, denen der Sprung in die Materialität der Ausstellung verwehrt bleibt, habe ich die Exponate hier in digitaler Form.

[caption id="attachment_7024" align="aligncenter" width="584" caption="Gleich das erste Bild, dass ich sehe kommt mir bekannt vor. Schauspieler Lukas wohnt im selben Haus wie ich, jetzt darf er über der Bühne schweben."][/caption]

[caption id="attachment_7030" align="alignnone" width="584" caption="Ein alter Ofen der ehemaligen Sandwichbar zeigt ein Bild eines Ortes, an welchem Sandwichzutaten feilgeboten werden."][/caption]

[caption id="attachment_7020" align="aligncenter" width="584" caption="Erleuchtet am Badesee: Licht und Schatten wollen nicht ganz zusammenkommen."][/caption]

Matthias in eigenen Worten:



Alltag.
Gleiche Muster, Rhythmen, Abläufe.
Rituale oder doch nur Arbeitstrott?
Freizeitspaß oder Beschäftigung?
Der Mensch als Gewohnheitstier kommt immer wieder zu den gleichen Plätzen zurück, macht die gleichen Sachen, muss sie tun.
Manchmal aber ist er nicht bei der Sache und verlässt diese Welt.

Tankar (schwedisch für Gedanken) visualisiert das Verlassen der Materialität.

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https://www.facebook.com/tearoom.xsGallery

http://www.xsgallery.com/


http://www.matthiaskaiser.biz/