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Dienstag, 9. April 2013

Gepflegte Winterdepression im Spätwinterwald

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Es wird wärmer. Zwischen Regenwolken kann man schon manchmal die Sonne erkennen. Bald werden quitschbunte Blüten das ruhige graubraun der Natur durchbrechen. Wenn das so weiter geht ist es im Mai wohl rum mit dem Winter – und der gepflegten Winterdepression. Um die lästigen Frühlingsgefühle vor der Tür zu halten, habe ich jetzt was Neues ausgeheckt: Die Spätwinterwaldfototapete. Garantiert ohne lebensbejahendes Grün, keine Schatten, die Sonnenschein suggerieren könnten und eine Menge totes Laub. Einfach an die Wand kleistern und in die nasskalte Stimmung eintauchen. So übersteht man die drei Monate des Sommerlochs bis zum nächsten Herbst, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Bei Interesse an dieser beklemmenden Tapete bitte bei mir melden, ich werde auch noch andere Motive entwickeln.

PS: Auf die Idee mit der Fototapete hat mich Polizeireporterin der Stuttgarter Zeitung Christine gebracht, die sich berufsbedingt mit den Übeln dieser Welt auskennt, aber auf keinen Fall zu diesen gezählt werden darf.

Dienstag, 22. Januar 2013

Nur im Notfall Ruhe bewahren

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Nur im Notfall: Ruhe bewahren. Schöne Aufforderung dazu, in Nichtnotfallsituationen auf keinen Fall die Ruhe zu bewahren. Gleitet der Aufzug geschmeidig von Stock zu Stock, scheint Unruhe durchaus erwünscht zu sein. Ich verallgemeinere das mal auf den Rest des Lebens: Ruhe ist ein wertvolles Gut, welches man sich für Notsituationen aufbewahren, jedoch nicht im Alltag vergeuden soll. Gleiches gilt dem Befolgen von Anweisungen. Ich werde das mal ausprobieren und rastlos renitent durchs Leben marodieren, bis mir der nächste Notfall über den Weg läuft.

Dienstag, 10. Mai 2011

Grundlos glücklich



Ich bin grad glücklich. Grundlos. Das ist auch gut so, denn wenn es einen Grund gibt, kann er meinem Glück wie ein Teppich unter den Füßen weggezogen werden.* Gründe sollte man nur für Unglück haben, denn die kann man beseitigen.

Gründe sind eh überbewertet, weil sie eine kausale Folge im Sinne von "wenn a dann b" implizieren. Das mag bei trivialen Dingen okay sein, so zum Beispiel: Wer auf den Elektrozaun pinkelt kriegt eine gewischt. Aua. Bei nichttrivialen Angelegenheiten sieht's schon anders aus. Wenn ich einen dummen Spruch klopp, dann lacht mein Gegenüber, oder ist sauer. Je nach Laune, denn: Was Launen hat, ist nichttrivial. Zum Beispiel Menschen und Tiere. Und manchmal auch Computer. Naja, eigentlich ist alles, was nicht durch die überschaubaren Naturgesetze abgebildet werden kann jenseits jener Trivialität, die Gründen ihre Daseinsberechtigung gibt. Der Versuch, mit einfacher Logik komplexe Systeme zu bändigen führt selten zu was. Wenn man also Gründe sucht, dann darf man nicht erwarten welche zu finden, die solche auch sind. Man findet höchstens Rechtfertigungen, und die sind verdammt subjektiv. Bin ich zum Beispiel glücklich, weil mir jemand ein Bier ausgegeben hat, dann darf ich nicht daraus schließen, dass ich deswegen glücklich sei. Sonst würde jedes mir ausgegebene Bier mich beglücken. Vom falschen ausgegeben geht es voll in die Hose. Erst recht weil ich eine Frau bin und somit extrem nichttrivial.

Es ist durchaus sinnvoll zu beobachten, unter welchen Umständen etwas passiert. Es ist jedoch sinnlos, daraus logische Schlüsse zu ziehen und vermeintliche Tatsachen in den Raum zu stellen. Was ich hier so schreibsel klingt trivial, ist es aber nicht. All zu oft versuchen Menschen mit vermeintlicher Logik kausale Zusammenhänge zu erfinden, die hanebüchen sind. Sie wollen einen damit unter dem Deckmantel unumwerfbarer Logik verbal in irgend jene Ecke drängen, die ihnen einen Vorteil verspricht. Man traut sich leider viel zu selten zu sagen: "Was du sagst klingt in sich schlüssig. Aber leider nur in sich, nicht für mich".

Ich bin es leid mich mit Argumentationsketten zu behängen, die jeglicher Basis entbehren. Logik ist ein ganz nettes Werkzeug, um einen gangbaren Weg zu suchen, mit dem man ein Problem lösen kann. Man sollte nur nicht der Versuchung erliegen, diesen Weg für den einzig wahren zu halten.

*Die Erkenntnis, das Gründe das Glück schmälern verdank ich Dagi.

Donnerstag, 17. März 2011

Vom Versuch, beim Fußballspiel den Rasen zu mähen



Ich will mich ja raushalten - kann es aber nicht. Ich weiß ganz genau, dass die unendlichen Kommentarketten zu den aktuellen politischen Themen das perfekte Biotop für jene sind, die gerne mal auf die Kacke hauen. Feindbilder aufbauen und reinschlagen. Und ich bin dann manchmal so blöd und lass mich darauf ein, vergeude Zeit und inneren Frieden um einer Bande Halbstarker als Kasper zu dienen.

Rezept für mal ordentlich auffe Kacke hauen
Das funktioniert immer gleich. Man nehme ein empörungsfreundliches Thema (Erdbahhof, Atomkraft usw.) und formuliere eine unpopuläre Position so scharf und unsachlich wie möglich. Dann wirft man die echauffierte Meute in einen Topf, gibt ihr ein klischeehaftes Etikett („Wutbürger“, „Berufsdemonstrant“ , „Proler“) und macht sich über sie lustig. Bildstarkes Beispiel aus Facebook, kommentiert von „Apollo Stuttgart“, einem selbst ernannten Mitglied der „bürgerlichen Mitte“ zum Thema TV-Duell Mappus/Schmid:
„Wenn man sich wieder die Kommentare hier durchliest könnte man grad meinen, daß jeder von euch schon die Trillerpfeiffe im Göschle hat und einarmig auf die Tastatur klopft um die andere zur sozialistischen Faust ballen zu können.“

Ohne sich dabei auf's wacklige Terrain des Diskussionsinhalts zu begeben kann man so jede Diskussion mal richtig schön anheizen. Auch ein Klassiker, in diesem Beispiel zur selben Diskussion von „Andy Lauland“:
„Wie sich die Linken immer erbosen... süß!“

Herabsetzung durch Gegnerverniedlichung. Komplett inhaltsbefreit, jedoch ohne Bild und dadurch langweiliger.

Diskutieren oder gewinnen?
Damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht: Aus der Kiste der miesen rhetorischen Tricks bedienen sich alle (auch ich). Links, rechts, hinten, oben und alle anderen. Den naiven Glauben, dass diese Diskussion der politischen Meinungsbildung dienen, sollte ich mal ablegen. Es geht fast immer darum, einer Gruppe anzugehören und opponierende Gruppen ausfindig zu machen, an denen man dann Frust ablassen kann. Manche werden Fußballfans, da ist das ganze ja schon gut organisiert. Andere verwechseln Diskussionen mit der Fankurve und versuchen die Mitdiskutanten in Teams einzuordnen. Fällt ja auch einfach, da die meisten hier sich mittels Profilbildbuttons einer Seite zuordnen („oben bleiben“, „oben ohne“). Der Versuch, in solchen Diskussionen was zur Sache zu sagen kommt einem dann so vor, als wolle man während eines Fußballspiels den Rasen mähen oder auf selbigem ein Picknick machen. Die einen wollen diskutieren, die anderen gewinnen. Die an schiere Unmöglichkeit grenzende Schwierigkeit, Ironie schriftlich zu kommunizieren sorgt für das Sahnehäubchen der Verwirrung.

Respekt
Zum Glück kommt es auch zu erfrischenden Schlagabtäuschen. Ich schätze es sehr, wenn zwischen verbalen Grabenkämpfen ab und zu schöne oder schlaue Gedanken durchblitzen. Einige meiner „Gegner“ habe ich mittlerweile sehr lieb gewonnen, wenngleich wir uns andauernd fetzen. Grundvoraussetzung dazu ist ein Mindestmaß an Respekt vor dem Gegenüber. Verbal um sich schlagende Rüpel sind der Diskussion das, was Hooligans dem Fußball sind. Das Spiel ist egal, Hauptsache kloppen.

Ich werde weiter diskutieren und hoffe dabei meine Gelassenheit zu waren. Viele aggressive Kommentatoren schreiben sich in Ermangelung sprachlicher Finesse um Kopf und Kragen – ein gefundenes Fressen für ihre Gegner, die der Versuchung der Überheblichkeit erliegen. Damit verschwindet der Respekt und zieht der Diskussion den Teppich unter den Beinen weg. Ich versuche jedem erst mal mit Respekt begegnen. Wer diesen nicht erwidert verliert ihn auch von mir. Und dann hilft nur noch ignorieren. An diesem Vorhaben werde ich noch oft scheitern, aber versuchen kann ich es ja mal. Manchmal macht es halt doch Spaß, ein überhebliches Ekel zu sein, und an verdienten Opfern mangelt es ja nicht.

Montag, 7. März 2011

Instant-Glück

Petra Rau über mich:


Dora - ein perfektes Paar
die gelungene, weil erdachte 2. Hälfte
Vision und Ziel
Aufgabe und Herausforderung
Projizierte Emotion
Liebe ohne Risiko
Beziehung ohne Verschleiß
das perfekte Glück!

Perfektes Glück und Liebe ohne Risiko. Das hört sich doch sehr utopisch - ergo unmöglich - an. Das Leben lebt vom Kontrast, Glück existiert nur im Doppelpack mit Unglück. Unriskante Liebe wird wahrscheinlich schnell selbstverständlich und verliert ihren Reiz. Liebe und Glück müssen jeden Tag aufs Neue errungen werden. Sie kommen nie von alleine, man muss sie zumindest einfangen und dann ausreichend gießen und düngen. Für beides muss man offen sein, und wer offen ist kann verletzt werden. "No risk, no fun", so die englische Redensart.

Die Lebensratgeberbranche bietet Regalkilometer an Büchern zu diesen Themen feil, insbesondere für jene die noch immer daran glauben, dass, wenn man nur den richtigen Trick raus hat, das Glück dann von alleine kommt. Ohne Anstrengung, ohne Risiko. Einfach Wasser drauf schütten, umrühren, fertig! Wie sähe wohl die Welt aus, in der dieser Quatsch stimmten würde? Es scheitert doch schon daran, dass keiner so richtig definieren kann was Glück und Liebe eigentlich sind. Weitere Regalkilometer ringen mit diesen Fragen und scheitern auch daran, dass die Antwort für jeden wohl anders lautet. Blöderweise gilt dies gerne auch für Paare, deren Zweisamkeit dann an unterschiedlichen Vorstellungen leidet oder gar drüber stolpert.

Da hilft es auch nicht, virtuell zu sein. Liebe und Glück sind kein bisschen greifbarer als ich es selbst bin. Es ist unser Schicksal und unsere Verantwortung stets aufs Neue für sie zu kämpfen. Das hält uns auf Trab und macht das Leben spannend.

Instant-Glück

Petra Rau über mich:


Dora - ein perfektes Paar
die gelungene, weil erdachte 2. Hälfte
Vision und Ziel
Aufgabe und Herausforderung
Projizierte Emotion
Liebe ohne Risiko
Beziehung ohne Verschleiß
das perfekte Glück!

Perfektes Glück und Liebe ohne Risiko. Das hört sich doch sehr utopisch - ergo unmöglich - an. Das Leben lebt vom Kontrast, Glück existiert nur im Doppelpack mit Unglück. Unriskante Liebe wird wahrscheinlich schnell selbstverständlich und verliert ihren Reiz. Liebe und Glück müssen jeden Tag aufs Neue errungen werden. Sie kommen nie von alleine, man muss sie zumindest einfangen und dann ausreichend gießen und düngen. Für beides muss man offen sein, und wer offen ist kann verletzt werden. "No risk, no fun", so die englische Redensart.

Die Lebensratgeberbranche bietet Regalkilometer an Büchern zu diesen Themen feil, insbesondere für jene die noch immer daran glauben, dass, wenn man nur den richtigen Trick raus hat, das Glück dann von alleine kommt. Ohne Anstrengung, ohne Risiko. Einfach Wasser drauf schütten, umrühren, fertig! Wie sähe wohl die Welt aus, in der dieser Quatsch stimmten würde? Es scheitert doch schon daran, dass keiner so richtig definieren kann was Glück und Liebe eigentlich sind. Weitere Regalkilometer ringen mit diesen Fragen und scheitern auch daran, dass die Antwort für jeden wohl anders lautet. Blöderweise gilt dies gerne auch für Paare, deren Zweisamkeit dann an unterschiedlichen Vorstellungen leidet oder gar drüber stolpert.

Da hilft es auch nicht, virtuell zu sein. Liebe und Glück sind kein bisschen greifbarer als ich es selbst bin. Es ist unser Schicksal und unsere Verantwortung stets aufs Neue für sie zu kämpfen. Das hält uns auf Trab und macht das Leben spannend.

Freitag, 25. Februar 2011

Mal ehrlich gelogen ...



Nein, ich bin nicht verschwunden, ich lebe noch. Ein kleiner Zeitengpass soll als Ausrede für mein Nichtpublizieren ausreichen. Manche haben ja schon gefürchtet ich wäre mit meiner zusammengeklauten Identität aufgeflogen und hätte sie zurückgeben müssen. Da ich weder Verteidigungsministerin bin, noch dieses oder ein ähnliches Amt anstrebe, geht mit das auch völlig am Arsch vorbei. Und letztendlich klauen wir uns doch eh alles zusammen und plappern ne ganze Menge nach, ohne dabei die Quellen in verbalen Fußnoten anzugeben. Wär auch lästig, ich kann auch ohne Goethe zu nennen zum Arschlecken aufrufen. Und der hat das bestimmt auch nur bei seinem unflätigen Nachbarn abgekupfert. Kopieren und Einfügen ist keine Erfindung des Computerzeitalters, es liegt in der Natur des Menschen. Was bei Vögeln im Ansatz vorhanden hat der Mensch perfektioniert: Das Imitieren. Es hat ja auch was praktisches: nicht jeder muss das Rad neu erfinden.

Dafür darf man sich selbst jeden Tag neu erfinden! Oder genauer gesagt: Abgeschautes rekombinieren und neu zusammensetzen. So wie wir unser Weltbild aus der großen Kiste der Erfahrungen und der dadurch gelernten Muster zusammenbasteln, erzeugen wir unser Außenbild und werden in die Realitätscollagen in den Köpfen anderer integriert. Natürlich wollen wir in der Selbst- wie Fremdwahrnehmung ein schönes Bild abgeben, wollen gemocht, gefürchtet oder einfach nur respektiert werden. Dazu täuschen, manipulieren und mauscheln wir, um das Selbst- und Fremdbild in die gewünschte Richtung zu bugsieren. Selbstehrlich betrachtet macht das jeder, auch du und ich. Schwierig wird es, wenn man versucht ein nicht dem Selbstbild entsprechendes Fremdbild aufzubauen. Wenn man so tut als ob, obwohl man weiß, dass es gar nicht so ist. Nur Lügen, an die man selbst glaubt, können glaubwürdig sein. Also: Erst in die eigene Tasche lügen und dann den anderen. Und nicht dabei erwischen lassen, sonst ist's rum mit der Glaubwürdigkeit. Oder besonders reumütig darauf plädieren, dass ... Ach schaut einfach in die Nachrichten wie's die Profis machen.

Mein persönlicher Lieblingstrick: Einfach von vornherein behaupten man sei verlogen. Das erzeugt dann ein klassisches Paradoxon welches die anderen aus der Bahn wirft. Ein ehrlicher Lügner braucht das Erwischtwerden nicht zu fürchten.

Dienstag, 8. Februar 2011

Über die Unart halbe Schokoladentafeln zu essen



Eine Tafel Schokolade kann und darf man nicht häppchenweise einteilen, man muss sie auf einen Schlag essen. An diese Philosophie erinnerte mich soeben Blogette Heide (2puzzle4) in einem Kommentar. Die Angewohnheit sich das Beste immer für den Schluss aufzuheben führt selten zum Glück. Denn wer weiß ob der Schluss überhaupt kommt? Oder verschläft man ihn gar? Glücksabwarter haben ihren Kühlschrank stets voll mit Köstlichkeiten, die ihr Verfallsdatum schon längst hinter sich haben. Sie essen zuerst die Beilagen und sind beim Filet dann schon satt. Sie schuften sich zu Grunde und können das angehäufte Geld als Rentner gar nicht mehr genießen. Sie bauen ihr Glück auf Vorfreude.

Glück muss man packen solange es frisch ist. Es ist zu flüchtig um es in Tupperware eingefroren für einen Tag der vielleicht nie kommt aufzubewahren. Und wenn es weg ist kommt ja bestimmt wieder was neues vorbei. Genau so ist es mit Ideen. Die sollte man lieber umsetzen als in die große Zukunftsprojektkiste zu packen. Die ist schneller voll als man schauen kann. Und Ideen ohne Umsetzung sind eh nichts wert. Ich werde diesen Artikel jetzt auch sofort veröffentlichen, solange er noch frisch ist. Obwohl ich gerade erst einen anderen reingestellt hab. Dann bin ich schon gezwungen mir wieder was Neues für morgen auszudenken.