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Dienstag, 10. Juli 2007

Eine schöne Insel für Furchtlose.


Sardorien ist ein schönes Land. Wer die Ureinwohner, den Sonnenbrand und die schädelspaltenden Getränke nicht scheut, sollte die Insel besuchen. Auf dieser von mir selbst erstellten Postkarte sieht man nicht nur die erste asphaltierte Straße sondern auch einen Telegraphenmast, Symbole für den Einzug der modernen Zivilisation in eine der letzten bis lang unberührten Idyllen im Mittelmeer. Es bleibt zu hoffen, dass Sardorien das Schicksal Mallorcas erspart bleibt.
Sardoria is a beautiful country. If you don't mind the natives, the sunburn and the skull-splitting liquors, you should vist this island. On this postcard I did myself you can see the first paved road and a telegraphpole, symbols of the dawn of modern civilisation in an up to now almost untouched idyll in the mediteranian. I hope, Sardoria will be spared the fate of Mallorca.

Montag, 9. Juli 2007

Morgenstund hat Kröt im Mund

Der Tag auf Sardorien beginnt fröhlich. Der Frühstücksschnaps, das Acqua Danno di Fegata aus dem kleinen Fass in der Mitte des Tisches wird mit einer Substanz verfeinert, die man aus dem Sekret der sardorischen Kröte entnimmt. Das verstärkt die elendsverursachende Wirkung des Alkohols und sorgt für gelassene bis heitere Stimmung.

The Sardorian day starts with loads of happieness. Acqua Danno di Fegata, the infamous breakfast liquor, which is inside the little barrell is pimped by some liquid from the back of sardoric toads. This enhances the sickening properties of the alcohol and puts you in a relaxed mood.

Ich war eher skeptisch, doch meine einheimische Begleiterin gab mir zu verstehen, dass die finsteren Gesellen am anderen Ende der Bar ein Nichtaustrinken der braunen Brühe als Beleidigung von Vaterinsel, Sardorenehre und ihrer Mütter auffassen würden.

If you dont drink that stuff, the sinister guys from across the bar would take it as an insult to their motherisland, sardoric honor and mothers, my travelmate told me.

Ich nahm mir ein Beispiel an der stolzen Einheimischen, die sich das räudige Gesöff in einem Zug in den Hals stellte, bereute es jedoch später.
The native girl took it in one gulp, I had to follow, which I regretted later.

Montag, 18. Juni 2007

Ist die Katze gesund, leckt sie der Hund.

Angezogen vom Geruch des formaggio puzzolente im Caretto, den ein Einheimischer am Wegesrand mal eben abgestellt hatte, trieben sich diverse Katzen auf der Straße herum. Die freundliche weiße Katze versteckt sich vor den schwarzen gatti indiavolati, die das Ergebnis einer missglückten Teufelsbeschwörung durch einen düsteren Anhänger des Leibhaftigen in einer vergessenen und durchaus finsteren Grotte an der Ostküste Sardoriens sind. Wie ein Pesthauch verbreiten sich die finsteren Katzentiere über die Insel und fressen die gemeinen Hauskatzen mit Haut und Haaren. Nur geweihtes Katzenfutter kann ihnen Schaden zufügen, weshalb katzenfreundliche Inselbewohner selbiges auslegen. Auf dem Bild kann man sehen, wie ein Teufelskater soeben in eine solche Falle getappt ist: Der von ihm verzehrte Inhalt der blauen Dose wird ihn innerlich zum Platzen bringen. Die weiße Katze freut sich schon mal vor.

Hunde gibt es dort auch. Insbesondere faule. Da sich die Katzen gegenseitig fressen, haben sie ein leichtes Leben. Der kleine Suinocarlino auf dem Bild ist ein typischer Bewohner der Insel. Seine flinke Zunge ist nicht nur unter Hunden beliebt. Das Glöckchen um seinen Hals kündet von seinem Kommen und gilt als gutes Omen.

Donnerstag, 14. Juni 2007

Bombardino gegen Bacospießchen


Das sardorische Nationalgericht: Baco ammuffito allo spiedo mit sugo di coglione oder salsa di scrotto. Schmeckt würzig und ist nur nach mehrjähriger Übung bekömmlich.
Wer die nicht hat, so wie ich, der müsse schnell zur Flasche greifen, sagten mir meine einheimische Begleiterin und mein Unverstand.
Die Schnapstheke war überschaubar, nur ein Getränk kam für mich in Frage.Bombardino hatte einen harten Kampf gegen die Spießchen, doch am Ende obsiegte seine Räudigkeit.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Auf dem Caretto über Berg und Tal

Auf Sardorien, Sardora in der Landessprache genannt, habe ich dann gleich eine Ureinwohnerin gefunden, die in der typischen Tracht der Bergdorfbewohnerinnen stolz vor ihrem Carretto stand, auf dem sie jede Woche auf den Markt im Tal fährt, um gammlige Fischeier gegen madigen Käse zu tauschen. An ihren Skarponen, den offenen Schuhen, symbolisieren die rosa Federn, dass die Dame noch unvermählt ist.
Mit ein paar Glasperlen und leeren Versprechungen habe ich dann versucht sie zu überreden, mich durch das Land zu führen. Das scheiterte am berüchtigten Verhandlunsgeschick der Sardorinnen. Ich musste noch ein Top und zwei Paar Schuhe drauflegen. Zum Glück reise ich nie ohne adäquaten Vorrat. Man weiß ja nie, welche Farbe zur Stimmung des Tages passen könnte.

Dienstag, 12. Juni 2007

Sardorien, Insel des madigen Käses.




Ziel meiner Reise: Sardorien, eine nette italienische Insel mitten im schönen Mittelmeer. Strände wie Sand am Meer gibt's dort und mitten auf der Insel Berge mit kauzigen Ureinwohnern in landestypischer Tracht, die mit einer überschaubaren Anzahl von Zähnen madigen Käse oder Nudeln mit alten Fischeiern essen.

Die Frisur sitzt.

Genug der räudigen Schnäpse und des Katzenjammers. Ich habe beschlossen zu reisen. Sechs Uhr morgens, Stuttgart, die Frisur sitzt. Kann man hier leider nicht sehen, da ich blöderweise kein Selbstporträt gemacht habe. Stellt's euch einfach vor.