Zwei neue Schnäpse hab ich in England unlängst aufgetan: Sam Booker, ein Likörchen, dass gut zur Kaffeebohne passt und Roy Digger, Schnaps wie Schnaps sein muss. Kann ich beides empfehlen, schädelt auch ordentlich.
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Freitag, 6. November 2009
Roy Digger Schnaps
Zwei neue Schnäpse hab ich in England unlängst aufgetan: Sam Booker, ein Likörchen, dass gut zur Kaffeebohne passt und Roy Digger, Schnaps wie Schnaps sein muss. Kann ich beides empfehlen, schädelt auch ordentlich.
Sonntag, 18. November 2007
Hard-boiled Münzwaschomat und das Ende meiner Hose
Hach, wie doof: Das dem Essen beigelegte Sojasoßenplastikaufreisundwegwerffläschchen hatte sich zuerst meinem Versuch, mittels Beißwerkzeug an den Inhalt zu kommen, wehement widersetzt, doch dann kurzerhand umdisponiert und sich über meiner leider nicht sojasoßenfarbenen Hose entlehrt. Gute Gelegenheit, lokale Waschbräuche zu erkunden.
Und siehe da: der Münzwaschsalon ist auch in Japan heimisch! Ich kann keinem Münzwaschomat widerstehen, die tollsten Bekanntschaften und Entdeckungen habe ich dort schon gemacht. Den Mann fürs Leben war zwar nicht dabei, aber der Einblick in das Leben jener, denen keine eigene Waschmaschine zur Verfügung steht, hat mich stets fasziniert. Zugegeben: ich bin leicht zu faszinieren, aber auch wieder schnell entfasziniert. Grundsätzlich unterscheide ich zwischen jenen, die aus blanker Not weder Platz noch Geld für eine eigene Maschine haben und jenen, die sich nicht durch eine Waschmaschine binden lassen wollen, folglich dem Waschnomadentum frönen. Der moderne urbane Waschnomade, ein Trend den die Weißwarenindustrie bislang verschlafen hat. Ich werde sie jedenfalls nicht wecken. Vom Anblick der rotierenden Hose kurzfristig hypnotisiert verlier ich mich gerne in derart Gedanken, insbesondere wenn Münzwaschomaten wie dieser schlecht besucht sind. Am Ende meines Gedankenganges, der sich als Sackgasse erwies, drohte Langeweile wie ein ausgehungertes Raubtier. Also: erst mal Gebiet erkunden.
Eine hinten links jenseits des Geldwechslomat leicht verdeckte Tür war nur angelehnt. Meine Neugierde wurde geweckt. Wenn die mal wach ist, bedarf es elefantenportionene Beruhigungsmittel, um sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Die hätte es im Automaten vor der Tür gegeben, aber ich hatte mein ganzes Kleingeld schon in den Waschomat geschmissen, in welchem meine befleckte Hose gerade eine nette Runde drehte.
Hinter der Tür befand sich ein düsterer Gang, ein sonderbares Brummen drang aus den Gullideckeln, es roch nach einer Mischung aus Wunderbaum und Fritörin, war aber sehr sauber, wie eigentlich alles hier. Mein Lieblingsautor, der japanische Herr Murakami, hat in seinen Büchern so alles mögliche über das Treiben unterhalb Tokios geschrieben. Da ich seinen Geschichten glauben schenke, warf ein nicht mehr ganz so leichtes Gefühl der Mulmigkeit seinen Schatten auf das lodernde Feuer meiner Neugier. Ohne Erfolg, denn Schatten haben gegen Feuer nur geringe Chancen.
Ich musste mir eingestehen, dass ich mich im Labyrinth der Gänge ein kleines bisschen verlaufen hatte. Eine einsame Nichtplastikpalme neben einem üppig gefüllten Aschenbecher zeugte von menschlicher Belebtheit, leise drang Jazzmusik in mein Ohr. Ich folgte ihr und entdeckte eine weitere angelehnte Tür, durch deren Spalt die Musik wohl ihren Weg zu mir bahnte.
Jenseits der Tür war eine Treppe, deren Ende dank Dunkelheit nicht auszumachen war. Vom Forscherdrang getrieben erklomm ich unzählige Stufen und gelangte schlussendlich in einen unübersichtlichen, niedrigen Raum.

Wirres Geflecht durchzog das Zimmer, als ob eine überdimensionale Spinne neugierige Mädchen darin einfangen wolle. Doch mit dorischen Reflexen konnte ich der Gefahr entrinnen und schlängelte mich durch den katakombösen Raum zur Quelle der Musik - Jazzmusik mit wilden Rhythmen und einem Saxofonisten, der versuchte, jenseits der Grenze zum Lärm Musik zu finden. Ob er an diesem Abend noch erfolgreich sein würde, war mir nicht klar, doch genoss ich seine Suche.
Durch einen weiteren Gang gelang ich schließlich in einen fensterlosen Raum, der eng anliegend um einen Koch und seine Küche geschneidert wurde. Ich entledigte mich meiner Stiefel, wie es in guten japanischen Etablissements üblich ist. Fünf Zentimeter kleiner schien die Decke schon etwas ferner, der Raum gewann an Größe. Es roch nach Misosuppe, die der freundliche Herr mir auch gleich in einer Schale reichte. Dazu gab es erbsenartige Schoten, deren Inhalt leicht salzig schmeckte.
Auch Japaner zeigen stolz ihre Sammlung an Alkoholika, hier waren die Wände gesäumt mit Sakeflaschen. Das macht es mir immer einfach, trotz mangelnder Sprachkenntis durch Gestik meinem Begehr Ausdruck zu verleihen.
Warmer Sake lief mir wie Öl den Hals hinunter und wärmte Leib und Seele. Ob ich jemals wieder zurück zu meiner Hose finden würde? Diesen Gedanken blendete ich vorerst aus. Dafür war später Zeit.
Und siehe da: der Münzwaschsalon ist auch in Japan heimisch! Ich kann keinem Münzwaschomat widerstehen, die tollsten Bekanntschaften und Entdeckungen habe ich dort schon gemacht. Den Mann fürs Leben war zwar nicht dabei, aber der Einblick in das Leben jener, denen keine eigene Waschmaschine zur Verfügung steht, hat mich stets fasziniert. Zugegeben: ich bin leicht zu faszinieren, aber auch wieder schnell entfasziniert. Grundsätzlich unterscheide ich zwischen jenen, die aus blanker Not weder Platz noch Geld für eine eigene Maschine haben und jenen, die sich nicht durch eine Waschmaschine binden lassen wollen, folglich dem Waschnomadentum frönen. Der moderne urbane Waschnomade, ein Trend den die Weißwarenindustrie bislang verschlafen hat. Ich werde sie jedenfalls nicht wecken. Vom Anblick der rotierenden Hose kurzfristig hypnotisiert verlier ich mich gerne in derart Gedanken, insbesondere wenn Münzwaschomaten wie dieser schlecht besucht sind. Am Ende meines Gedankenganges, der sich als Sackgasse erwies, drohte Langeweile wie ein ausgehungertes Raubtier. Also: erst mal Gebiet erkunden.Eine hinten links jenseits des Geldwechslomat leicht verdeckte Tür war nur angelehnt. Meine Neugierde wurde geweckt. Wenn die mal wach ist, bedarf es elefantenportionene Beruhigungsmittel, um sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Die hätte es im Automaten vor der Tür gegeben, aber ich hatte mein ganzes Kleingeld schon in den Waschomat geschmissen, in welchem meine befleckte Hose gerade eine nette Runde drehte.
Hinter der Tür befand sich ein düsterer Gang, ein sonderbares Brummen drang aus den Gullideckeln, es roch nach einer Mischung aus Wunderbaum und Fritörin, war aber sehr sauber, wie eigentlich alles hier. Mein Lieblingsautor, der japanische Herr Murakami, hat in seinen Büchern so alles mögliche über das Treiben unterhalb Tokios geschrieben. Da ich seinen Geschichten glauben schenke, warf ein nicht mehr ganz so leichtes Gefühl der Mulmigkeit seinen Schatten auf das lodernde Feuer meiner Neugier. Ohne Erfolg, denn Schatten haben gegen Feuer nur geringe Chancen.
Ich musste mir eingestehen, dass ich mich im Labyrinth der Gänge ein kleines bisschen verlaufen hatte. Eine einsame Nichtplastikpalme neben einem üppig gefüllten Aschenbecher zeugte von menschlicher Belebtheit, leise drang Jazzmusik in mein Ohr. Ich folgte ihr und entdeckte eine weitere angelehnte Tür, durch deren Spalt die Musik wohl ihren Weg zu mir bahnte.
Jenseits der Tür war eine Treppe, deren Ende dank Dunkelheit nicht auszumachen war. Vom Forscherdrang getrieben erklomm ich unzählige Stufen und gelangte schlussendlich in einen unübersichtlichen, niedrigen Raum.
Wirres Geflecht durchzog das Zimmer, als ob eine überdimensionale Spinne neugierige Mädchen darin einfangen wolle. Doch mit dorischen Reflexen konnte ich der Gefahr entrinnen und schlängelte mich durch den katakombösen Raum zur Quelle der Musik - Jazzmusik mit wilden Rhythmen und einem Saxofonisten, der versuchte, jenseits der Grenze zum Lärm Musik zu finden. Ob er an diesem Abend noch erfolgreich sein würde, war mir nicht klar, doch genoss ich seine Suche.
Durch einen weiteren Gang gelang ich schließlich in einen fensterlosen Raum, der eng anliegend um einen Koch und seine Küche geschneidert wurde. Ich entledigte mich meiner Stiefel, wie es in guten japanischen Etablissements üblich ist. Fünf Zentimeter kleiner schien die Decke schon etwas ferner, der Raum gewann an Größe. Es roch nach Misosuppe, die der freundliche Herr mir auch gleich in einer Schale reichte. Dazu gab es erbsenartige Schoten, deren Inhalt leicht salzig schmeckte.
Auch Japaner zeigen stolz ihre Sammlung an Alkoholika, hier waren die Wände gesäumt mit Sakeflaschen. Das macht es mir immer einfach, trotz mangelnder Sprachkenntis durch Gestik meinem Begehr Ausdruck zu verleihen.
Warmer Sake lief mir wie Öl den Hals hinunter und wärmte Leib und Seele. Ob ich jemals wieder zurück zu meiner Hose finden würde? Diesen Gedanken blendete ich vorerst aus. Dafür war später Zeit.
Freitag, 20. Juli 2007
Andere Länder, andere Trinksitten
Betania aus Sardorien hat sich ein eigenes Domizil im Viertel gesucht. Doch habe ich eine Hand für exotische Damen und bin der schönen Kulveen begegnet. Sie suchte Unterschlupf und hatte nur noch eine Flasche Schwarzwälder Honigschnaps bei sich. Das war Liebe auf den ersten Blick!

Schnell war die Flasche gelehrt.
Ich holte ein Kleinod aus meiner Sammlung räudiger Schnäpse und reichte ihr die Flasche vietnamesischen Klebreisvodkas.
Andere Länder, andere Trinksitten, dachte ich mir und der Abend wurde lustig ...

Schnell war die Flasche gelehrt.
Ich holte ein Kleinod aus meiner Sammlung räudiger Schnäpse und reichte ihr die Flasche vietnamesischen Klebreisvodkas.
Andere Länder, andere Trinksitten, dachte ich mir und der Abend wurde lustig ...
Montag, 9. Juli 2007
Morgenstund hat Kröt im Mund
Der Tag auf Sardorien beginnt fröhlich. Der Frühstücksschnaps, das Acqua Danno di Fegata aus dem kleinen Fass in der Mitte des Tisches wird mit einer Substanz verfeinert, die man aus dem Sekret der sardorischen Kröte entnimmt. Das verstärkt die elendsverursachende Wirkung des Alkohols und sorgt für gelassene bis heitere Stimmung.The Sardorian day starts with loads of happieness. Acqua Danno di Fegata, the infamous breakfast liquor, which is inside the little barrell is pimped by some liquid from the back of sardoric toads. This enhances the sickening properties of the alcohol and puts you in a relaxed mood.
Ich war eher skeptisch, doch meine einheimische Begleiterin gab mir zu verstehen, dass die finsteren Gesellen am anderen Ende der Bar ein Nichtaustrinken der braunen Brühe als Beleidigung von Vaterinsel, Sardorenehre und ihrer Mütter auffassen würden.If you dont drink that stuff, the sinister guys from across the bar would take it as an insult to their motherisland, sardoric honor and mothers, my travelmate told me.
Ich nahm mir ein Beispiel an der stolzen Einheimischen, die sich das räudige Gesöff in einem Zug in den Hals stellte, bereute es jedoch später.The native girl took it in one gulp, I had to follow, which I regretted later.
Donnerstag, 14. Juni 2007
Bombardino gegen Bacospießchen

Das sardorische Nationalgericht: Baco ammuffito allo spiedo mit sugo di coglione oder salsa di scrotto. Schmeckt würzig und ist nur nach mehrjähriger Übung bekömmlich.
Wer die nicht hat, so wie ich, der müsse schnell zur Flasche greifen, sagten mir meine einheimische Begleiterin und mein Unverstand.
Die Schnapstheke war überschaubar, nur ein Getränk kam für mich in Frage.
Bombardino hatte einen harten Kampf gegen die Spießchen, doch am Ende obsiegte seine Räudigkeit.Montag, 11. Juni 2007
Katerstimmung

Im Stuttgarter Katzenmuseum war neulich Führung und Feier. Ich habe auch eine Arbeit dazu beigetragen, die die Einladungskarte zierte.
Die Kuratorin des Museums hat persönlich durch die Sammlung geführt.
Eigentlich sollte das ganze ja ein eher ruhiger Abend werden, aber.Frank war da, auf dem Bild oben noch mit Bierlimo.
Hier jedoch mit obligatorischem räudigen Schnaps. Mallorkinisch, mit Grünzeug und Kopfschmerz in der Flasche. Aber Kater passt ja schließlich zur Katzenthematik.
Jörg, den die meisten liebevoll Uggi nennen, der Autor des in diesem Blog veröffentlichten Gedichts zum Thema räudige Schnäpse hat meinen letzten Blogeintrag zum Anlass genommen, mir noch mehr Schnaps einzuflößen. Hier noch mal das Gedicht für jene, die die Kommentare hier nicht lesen oder nicht so ganz kapieren, dass sich da gute Sachen bisweilen verstecken.Räudige Schnäpse
Räudige Schnäpse streunen durch die Straßen,
sie wittern völlegefühlte Mägen, graue Schleier und wilde Feiern
und laden sich dazu ein.
Und noch bevor die Sonne aufgeht,
lässt sie keiner mehr gehen.
Wohl den Köpfen, die ihren Frieden mit ihnen schließen.
Wehe den Mägen, die nicht vor der Flut ihre Dämme befestigen.
Dank den Taxis und französischen Autos von Freundinnen, deren Lederbezüge abwaschbar sind,
denn: Noch bevor der nächste Abend ausbricht, zieht es die räudigen Schnäpse wieder auf die Straße.
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