Donnerstag, 23. April 2009

Dorisches Treiben der letzten Woche.




Nichts los im Blog? Stimmt. Ich hab mich auf Facebook rumgetrieben und die Welt der Trivialitäten ergründet. Auch das Twittern hab ich gelernt, aber mangels Verfolger einschlafen lassen. Meine Galerie hat auch schon länger keine Vernissage über sich ergehen lassen, es hängen immer noch die wunderschönen Porträts von Svenja Eckert. Das freut mich, ist Svenja doch nicht nur eine gute Fotografin sondern auch eine tolle Frau, die in diversen rocklastigen Tanzlokalen für gute Musik sorgt. Ansonsten verbreite ich mich in Form von Kärtchen, die man gerne in meinen Lieblingslokalitäten finden kann: das Erdgeschoss, die Café-Bar, das Libero, Transit, Schocken, ... Naja, überall halt, wo's nett ist und nicht von Idioten überflutet ist, die weibliche Trophäen mit ihrem AbteilungsleiterbeimBoschDaimlerPorscheGehalt in die Kiste locken wollen. Mir graut schon, wenn das Bravo Charlie wirklich mal geschlossen werden soll, wo dann jene Klientel zukünftig zum Resteficken hingeht.
Ich nehme mir natürlich vor, hier in Zukunft wieder häufiger zu schreiben, aber wer bis dahin mehr von mir wissen will, kann das über diese Kanäle tun:

http://www.facebook.com/people/Dora-Asemwald/713449609
http://twitter.com/Doralaetitia

Dienstag, 24. Februar 2009

Fern des Schwellenalters in Ruhe altern.

Ich habe übrigens am Mittwoch (25.2.) Geburtstag. Im Gegensatz zu Harald verrate ich mein Alter: Ich werde 34. Das ist noch weit genug weg vom nächsten Schwellenalter, das 30er-Trauma ist überwunden oder verdrängt. Zugegeben, meine Mimik hat diverse Spuren in meiner virtuellen Haut hinterlassen, aber ein Leben ohne Gesichtsverzerrungen wäre mir zu langweilig und wahrscheinlich schlicht unmöglich. Ich müsste meinen nicht gerade minimal gestalteten Mund öfters halten und dürfte beim Klugscheißen die Stirn nicht mehr in Falten werfen. Ne. geht nicht. Ich mach mal weiter so, die Sorgen verschiebe ich bis die 40 sich von der fernen Zukunft in temporale Sichtweite begeben hat.
Wer Lust hat, mir mit zu feiern, der soll sich melden: dora.asemwald@gmx.net.

Montag, 16. Februar 2009

Das Mireille Mathieu Trauma

Haare auf dem Kopf wachsen. Das freut den Frisör und sorgt für optische Abwechslung. Viele Frisuren haben bislang meinen Kopf geschmückt, passend zur Lebensphase, mal schön, mal Jugendsünde, mal belanglos. Traumatisch: Die Mireille Mathieu Topffrisur. Meine Freundinnen in der Grundschule hatten Haare wie Barbie – ich sah aus wie ein kleiner Bub.
„Das ist viel praktischer so“, meinte meine Mutter und zerrte mich zum Frisör. Als nicht ganz so praktisch stellte sich meine daraus folgende Tobsucht heraus. Ich beschloss, so lange zu schreien, bis die Haare wieder mindestens so lange waren wie vorher. Das ist mir auch fast gelungen. Jedenfalls blamierte ich meine Mutter noch vor Ort in solchem Maße, dass sie fortan die Straße des Frisörs mied. Mission erfüllt. Kein Frisör sollte je wieder Hand an meine Haare legen.
Als die Haare dann doch zu lange wurden habe ich sie mir heimlich selbst geschnitten. Meiner Mutter gegenüber hab ich das aber verleugnet. Erst der Gruppenzwang meiner Waver-Clique hat den Bann gebrochen. Nun hatte ich eine asymetrisch gerupfte, wesentlich kürzere Frisur, schwarz gefärbt, im Kontrast zur bleich gepuderten Haut, leuchtrote Pickel als Highlights. Meine Mutter hat es jedoch nicht erfreut. Sollte es auch nicht. Auf gar keinen Fall.

In den letzten fünf Jahren hab ich meine Haare grob zwischen Kinn- und Schulterlänge gehalten. Meine Haarspange ist ein Zitat aus der Zeit vor dem Mireille Mathieu Trauma. Das ist nicht gerade abwechslungsreich, aber man erkennt mich so recht schnell.
Immer mehr Frauen tragen derzeit Ponys. Das sähe jugendlich aus und sei ja irgendwie auch praktisch, sagte mir ein befreundeter Frisör. Zum Glück kann ich heute bisweilen meine Tobsucht unterdrücken.

Freitag, 13. Februar 2009

Bronzemedaille für die Wurst und kleingeschriebenes Glück

Fast jeder Mensch aus Fleisch und Blut hinterlässt einen digitalen, also virtuellen Schatten. Dieser lässt sich problemlos ergugeln (siehe: mein Schatten). In Ermangelung eines greifbaren Körpers bin ich somit eine virtuelle Schattengestalt ohne Schattenspender, ein sich selbst werfender Schatten. Oder genauer gesagt: Ich bringe materielle Menschen dazu, meinen Schatten, also mich, zu werfen. Mein Körper ist die Summe aller Medien, die meinen Geist transportieren, sei es meine Webseite, die Zettel, auf denen ich zu sehen bin oder Zeitschriften, die über mich schreiben.

Mir ist heute nach in mich gehen, das dorische Bewusstsein ergründen und dergleichen. Die Seite 123people.de spuckt neben ein paar beliebigen Bildchen und Links auch eine Begriffswolke zu mir aus. Der größte Begriff: Zettel. Nun gut, ich trete derzeit in Form von Zetteln und Kärtchen physisch in Erscheinung. Das hat die Wolke ganz gut erkannt. Danach: Zentner. So heißt der Typ mit Nachnamen, der mich zeichnen muss und die Zettel bisweilen verteilt. Nachvollziehbar. Wurst. Der drittgrößte Begriff: Wurst! Zugegeben: ich mag Wurst. Meine vegetarische Phase habe ich überwunden. Ein Leben ohne Rote Wurst, der Königin der Wurstwaren ist möglich, aber nicht wünschenswert. Aber: Platz drei für die Wurst, Bronzemedaille sozusagen, macht mich doch etwas begriffswolkenstutzig.

Stuttgart kommt knapp nicht aufs Treppchen, auch wenn ich dort verortet bin. Prinz? Ist ein Stadtmagazin, welches einen schönen Artikel über die nächste Ausstellung in meiner Galerie geschrieben hat. Kessel(.tv) ist ein befreundeter Blog, der über das Nachtleben im Kessel von Stuttgart schreibt. Leider hab ich noch keinen Blog über das Tagleben gefunden. Hier mein Vorschlag, liebe Kollegen Blogger: Daylight, the ultimate daylife guide.

In der Wolke wirds hintenraus etwas beliebig: Frisur, Glück, HipHop und Flasche. Bei mir wird Glück kleingeschrieben. Ne. Doofe Botschaft. Immerhin ist Glück mit dabei. Ich bin ja keine von denen, die Glück nur aus den Keksen vom Chinarestaurant Ming oder Dynasty kennen.

http://www.123people.de/s/dora+asemwald

Montag, 2. Februar 2009

Leihen statt Kaufen mit Johann Schwarz

Ein Kommentar zum Artikel über Ansager und Zuhörer gab es einen Kommentar, der in der Popeligkeit des Kommentarlinks untergeht und hier nochmal zur Diskussion gestellt werden soll.

Liebe Dora,ich schätze es sehr, dass Du Dich nicht nur mit dem Zeitgeist, sondern auch mit dem raffinierten, kalkulierten Umgang mit der Wahl der Abfolge der richtigen Worte auskennst (Wie sagt man denn nochmal ´in Echt´ dazu?...Menno, mein Gedächtnis mal wieder...). Also, gekonnt, dass Du gleich zu Beginn das Wort ´Witterung´ im Sinn von ´Wetter´ benutzt. So bringst Du den Leser davon ab, sich auf die eigentlich viel wichtigere Bedeutung, nämlich das Wittern, zu konzentrieren, sicher in der Hoffnung darauf, dass nun keiner Deiner Leser im Folgenden nun noch darauf achtet, auf hinterlistiges Product-Placement (z.B. für die durchaus respektable Bütique) zu achten. So führst Du sicher sogar diejenigen Leser hinters Licht, die sich nicht schon allein von diesem Anglizismus abschrecken lasssen!Respekt!Meine Meinung zur Mode: Ich leihe mir an der Kasse immer Bowlingschuhe aus, wenn ich Bowlen gehe. Würde mir wünschen, dass sich diese durchaus sinnvolle Dienstleistung auch auf andere Anlässe des Alltags oder auch der Allnacht ausdehnen würde. Die Situation heute ist doch, bei Lichte besehen, desaströs:Man kauft sich Kleider, meist ohne genau zu wissen, welche Anforderungen der kommende Tag an sie stellen wird! (Naja, so ungefähr schon, aber Du wirst mir da doch sicher zustimmen: Der kommende Tag und seine modetechnischen Anforderungen - das ist ein komplexes Thema!) Also kaufen die meisten Menschen im Voraus Kleidung, ohne die genauen Anforderungen zu kennen! Und schlimmmer noch: Ist der Tag/die Nacht rum, wird die Kleidung in den Schrank gehängt - um eines unseligen Tages nochmals aufgetragen zu werden!!! Würde jemand so etwas mit seinen Papiertaschentüchern machen???Gut, jetzt wird natürlich mancher sagen: Im Fernsehen kommt doch jeden Tag das Gleiche - daher reicht doch zum Fernsehen jeden Tag der selbe Jogginganzug! Und da muss ich sagen: okay!Aber an alle da draußen, die nicht nur fernsehen, sondern zum Beispiel auch mal zum Bowlen gehen wollen:Mehrweg statt Monotonie! Leihen statt kaufen, oder: Gezielt kaufen, tragen, verkaufen, und dann wieder punktgenau vor dem nächsten Lebensereignis: im FACHHANDEL neu eindecken!Mit illusionistischen Grüßen,Johann Schwarz
29. Januar 2009 16:31

Die neue Ausstellung mit Svenja

Die nächste Ausstellung in meiner Galerie droht, hier die Einladung. Freitag, 20. Februar 2009 ab 19 Uhr in der Galerie.
Galerie Dora Asemwald
Heusteigstraße 65
70180 Stuttgart

Gezeigt werden: Porträtfotografien von Svenja Eckert. Nicht von Gün, der ist nur vorne auf dem Bild, weil er von Svenja porträtiert wurde. Das scheint nicht allen einzuleuchten. Fast alle die den Flyer sehen sagen zuerst: "Ah, der Gün". Der Bursche scheint ja bekannt wie ein bunter Hund zu sein. Vielleicht kommt er ja auch zur Vernissage.

Dienstag, 13. Januar 2009

Ansager und Zuhörer

Kleider schützen vor Witterung. Wenn man sie beim Textil-Ikea kauft, erfüllen sie dies ohne viel zu kosten oder den Augen anderer all zu sehr zu schaden. Wer nicht nur nichts falsch machen will, sondern auch ein bisschen Individualität wagt, kommt mitunter zu uns in den Laden, die Bütique. Vorausgesetzt, man fürchtet nicht das potenziell düstere Karma, welches von Vorbesitzern der feilgebotenen Klamotten abgefärbt hat.

Manche Kunden freuen sich über eine wilde Auswahl aus vielen Jahrzehnten der Mode, andere beschleicht da ein großer Zweifel: Ist die Ware überhaupt im Trend? Neuware ist das ja eigentlich per Definition, aber altes Zeug? Was sagen denn meine Kollegen, wenn ich den Trend verfehlt habe? Was sagt der Türsteher des VIP-Bereichs des "angesagten" Clubs? Natürlich sehe ich es als meine Pflicht an, jenen Damen (dies ist, wie mir scheint, ein hauptsächlich dämliches Problem) mit ruhiger Stimme zu versichern, sie bewegen sich stilistisch auf sicherem Boden, brauchen nicht den Argwohn trendbeflissener Zeitgenossen fürchten. Individualismus sei jetzt in, also brauche man sich nicht wundern, wenn andere nicht die selbe Schluppenbluse aus den späten Siebzigern tragen. Menschen, die darauf achten, was angesagt ist, brauchen Ansager. Ansager wird man, in dem man einfach ansagt. Hört jemand zu, ist das okay, wenn nicht, dann scheiß der Hund drauf.

PS: auf dem oben gezeigten Foto habe ich mich der Umgebung entsprechend entstellt. Zum Glück kennt der virtuelle Raum keine Schwerkraft, sonst würde ich vorne überkippen.

Sonntag, 11. Januar 2009

Machwerk überteuerter Fremdwörter

Ach Menno, andauernd was zu schreiben ist gar nicht mal so einfach, aber ich hab es mir vorgenommen. Es gibt wohl Menschen, die das alles hier lesen. Das freut mich ja, aber. Aber. Aber - lieber Leser - das fordert auch ein bisschen Anstrengung meinerseits, etwas halbwegs Unterhaltsames zu schreiben. Ich habe einen Ruf zu verlieren, aber... Schon wieder ein Aber. Ich verstricke mich schon in Abers, da fehlen nur noch die Eigentlichs, dann ist der sprachliche Brei der Belanglosigkeit fertig angerührt, frei von inhaltlich relevanten Brocken, Sinn und Zweck. Blindtext. Verschwendete Bits und Bytes. Ich könnte eigentlich eine Geschichte erlügen, das wäre allemal spannender als der Tag heute. Ich könnte auch was Allgemeines von mir geben. Themen, die die Welt bewegen. Licht auf den vermeintlichen Sinn des Lebens werfen und dergleichen. Keine Lust. Sinn ist eh überbewertet, aber das hab ich ja schon vor Jahren elaboriert. Mir fallen auch keine tollen Fremdwörter ein, die ich Gassi führen könnte. Nun gut, "elaboriert" klingt schon ziemlich klugscheißerisch. Im Onlineduden wird gleich auch das Wort "Elaborat" erwähnt, dessen Erläuterung jedoch 25 Cent zu Buche schlägt. Ich machs billiger, denke ich mir und ersinne selbst eine Definition. Oder ich schau beim Konkurrenten, Meyers Lexikon, der die Definition für lau raus rückt: Elaborat [lateinisch] das, flüchtig zusammengeschriebene Abhandlung, Machwerk; gelegentlich auch allgemein Bezeichnung für eine schriftliche Ausarbeitung. Das trifft den Kern meines heutigen Geschreibsels ganz gut. Ersetzt man das "Elab" nun durch "D" und streicht das "t" ... ich schweife ab. Wer sich in Hoffnung auf eine Pointe oder abschließende schlaue Wendung durch dieses Elaborat gequält hat, wird enttäuscht.

Freitag, 9. Januar 2009

Von wegen!

So, von wegen keine neuen Einträge! Hier ist schon wieder einer. Nicht das ihr jetzt denkt, ich reagier auf den Vorwurf und wäre somit anfällig für "gut gemeinte" Ratschläge. Ich mach das einfach mal, weil mir grad danach ist. Menno!






PS: Wer jammern will, der soll ins Jammertal gehen: http://www.jammertal.de/.

Vor die Hunde geworfen

Ich schreibe zu wenig in meinen Blog. Das wirft man mir vor. Nun liegt es da. Einfach so von jenem ominösen "man" dahin geworfen. Vor meine Füße. Was soll ich jetzt damit anfangen? Außen rumgehen? Drüberhüpfen oder -stolpern? Aufheben und anschauen? Neugier ist mein Motor, natürlich inspiziere ich alles, was mir Interessantes vor die Füße geworfen wird. Nicht alle Vorwürfe sind jedoch interessant. Manche gar sind einfach Stolpersteine. Sie werden von missgünstigen Zeitgenossen hingeworfen, die von sich selbst ablenken wollen. In vielen Fällen bin jene Zeitgenossin ich selbst.
Was tun mit all diesen Stolpersteinen? Ernst nehmen? Naja, manchmal. Besser jedoch: Zurückwerfen! Doch was passiert mit zurückgeworfenen Selbstvorwürfen? Das hört sich zu sehr nach Teufelskreis an, das wird mir jetzt zu blöd. 
Nun gut, für alle die meinen, ich schreibe hier zu wenig: Schreibt doch selber! Macht doch euren eigenen Blog und hört auf zu jammern. Oder lasst es bleiben, ist mir doch egal. Ach scheiß der Hund drauf. 
Idee: www.vorwurf.xy. Da kann man seine Scheiß vor die Hunde werfen und andere damit verschonen. 

Freitag, 19. Dezember 2008

Der Schneematsch der Gesellschaft

Hallo Freunde. Der Winter kommt in großen Schritten. Leider nicht in groß genugen. Die Kälte reicht gerade mal dazu aus, den Regen frisch gekühlt ankommen zu lassen. Für Schnee ist der Winter zu knickerig. Der alte Schlawiner fürchtet wohl die „Krise“, er spart sich die Kälte für die globale Erwärmung auf. Soll er doch lieber gleich richtig sparen und mal ein Jahr aussetzen und dafür nächstes Jahr ordentlich Schnee verteilen, getreu dem Wennschondennschon-Prinzip. 
Krisen sind doof, sie verleiten den einen und viele andere zu sinnlosen Kompromissen, führen schnurstracks ins Jammertal. Sie scheuchen den Teufel in den Kreis. Sie sind der Schneematsch der Gesellschaft. 
Um den Winter nicht noch tiefer in die gefühlte Krise stürzen zu lassen habe ich beschlossen, dem Winter eine Feier zu bereiten. Antizyklischen handeln ist zu mindestens in der Theorie en vogue. Ganz praktisch habe ich meine Kollegen in der Bütique damit überrumpelt und dafür gesorgt, dass sie mit mir ein Winterfest machen. Es wäre durchaus prima, wenn ihr heute Abend auch kommt um den armen Winter ein bisschen auf zu muntern. 

Dienstag, 18. November 2008

Das letzte Wort

Wie dem alten Hasen unter meinen Lesern hinlänglich bekannt ist, habe ich einen Zeichner, der mich zu Papier oder Rechner bringt. Ich lasse ihn in dem wahnwitzigen Irrglauben, er hätte mich erfunden. Das erhöht sein Verantwortungsgefühl mir gegenüber uns somit seine Motivation. Das ist manchmal durchaus nötig. Letztes Jahr hat er heimlich eine Unterredung zwischen mir und ihm in seinem Skizzenbuch aufgezeichnet, welches ich unlängst gefunden habe. Die Zeichnungen sind gelinde gesagt krude, die Schrift kaum leserlich. Ich habe die Seiten bunt angemalt, jetzt sehen sie etwas netter aus. Die Geschichte ist irgendwie schon abgelaufen, aber wenigstens ist sie bunt:


































Das Gespräch hat gewirkt, kurz darauf hatte ich meine eigene Webseite, einen Blog, jedoch keinen eigenen Server. Dafür eine Galerie. Das lass ich grad noch mal durch gehen. In Paris waren wir immer noch nicht, dafür in Japan, sogar zwei mal. Das entbindet einen jedoch nicht davon, nach Paris zu gehen.
PS: die fehlenden Seiten fehlen nicht, der Zeichner ist zu doof zum zählen.

Montag, 17. November 2008

Von Lügen, Fliegen und Pinseln

Die Vernissage meiner ersten Ausstellung war letzten Freitag. Harald hat alles mit seinen Bildern voll gehängt.Wie versprochen gibt es auch ein Porträt von mir.
Damit ich mich für den Abend in angemessenem Schwung bringen kann hat Sascha, der freundliche Alkothekar meines liebsten Jazzclubs, dem Bix, Prosecco mitgebracht.
Der hat mir zu gut geschmeckt. Martin, mein Assistent, musste deshalb die Eröffnungsrede halten, die ich für diesen Anlass geschrieben und unten angehängt habe.
Es gab auch viele Dorazettel zum mitnehmen. Wer die Feier verpasst hat, der soll halt zur nächsten kommen. Die wird voraussichtlich im Januar sein. Ich suche noch einen Künstler, der ausstellungswillig ist. Wer da war und mehr Fotos sehen will, der muss mich in der Galerie besuchen und darf auch gerne eine Erinnerungsstäbchen mitbringen. Per Email wird nix versandt.


Sehr geehrte Gäste,


ich heiße sie herzlich willkommen zur Ausstellung „Triggers“ von Harald Zylka.

Der Zusammenhang zwischen großformatigen Porträts junger Damen,

einem Steinkopf und dem Ausstellungsname „Triggers“
offenbarte sich mir nicht sofort, ----- auch nicht unsofort.

Wikipedia, mein alter Freund, erklärte mir,

es handele sich bei dem englischen Begriff Trigger um entweder Abzug
- wie bei einem Gewehr - oder Auslöser.

Oder auch einen Schlüsselreiz:
Unter Trigger versteht man Sinneseindrücke,
die Erinnerungen an alte Erfahrungen in einer Art wecken,
als ob diese Erfahrung jetzt nochmal neu gemacht werden würde.

Diese Erinnerung erfolgt meist plötzlich und mit großer Wucht.

Die damaligen Gefühle werden unmittelbar erlebt
- Flashback nennen das Fachleute.

Besonders beliebt sind Flashbacks bei Drogenfreunden.

Der sogenannte Echorausch ist der kostenlose Nachschlag
in der Kantine der Bewusstseinserweiterung.

LSD und Mescalin stehen dort ganz oben auf der Speisekarte.


Halluzinationen machen das subjektive Leben bunter
und entrücken die Realität des Konsumenten
zunehmend der Realitäten der anderen.

Vorausgesetzt, man hängt nicht dem Glauben an,
es gäbe nur eine Realität,
die Maßstab einer allgemein gültigen Wahrheit sei.

Das Entrücken der Realität
verringert die Schnittmenge der eigenen Wirklichkeit
mit der der anderen
und vergrößert somit den Raum
des als unwahr Empfundenen,
den Raum außerhalb der Schnittmenge,
den von mir so genannten Lügenraum.

Allgemein anerkannt:

Lügen haben kurze Beine.
Gegen kurze Beine ist leider kein Kraut gewachsen,
es gibt jedoch findige Tricks.

Auf der Webseite von Bild der Frau

werden dunkle Strümpfe mit hellen Feinstreifen,
gerade geschnittene Hosen mit Längsstreifen,
schmalem lange Röhrenjeans
- niemals umgekrempelt! -
und natürlich hohe Absätze empfohlen.

Also Obacht: Lügen tarnen sich gerne längsgestreift,

die Wahrheit verträgt auch Querstreifen.

Karierte Kleidung scheint ideal für Menschen zu sein,

die gerne in einer Melange aus Wahrheit und Lüge leben,
streifenloser Uni-Look ist das Erkennungszeichen jener,
die ein Mysterium aus dem Ausmaß ihrer Wahrheitsliebe machen.

Besonders mutwillige und findige Lugenbeutel
verzichten bewusst auf beinverlängernde Tricks aus der Garderobe
und behaupten einfach einen langen Oberkörper zu haben.

Längs gestreifte Sträflingskleider

sollten wohl den Delinquenten zu erhöhter Wahrheitsliebe verhelfen.


Das Prinzip der modischen Rehabilitation
hat sich wohl nicht ganz durchgesetzt,
sollte jedoch nochmals überdacht werden.

Fliegen haben auch kurze Beine -
sechs an der Zahl -
und keine Möglichkeit,
diese mit hohen Pumps zu kaschieren.

Des weiteren

werden sie von Teufeln in der Not verspeist
und paarweise mit einer Klappe erschlagen.

Das hört sich schlimm an
und ist es auch.

Das kurze Leben einer Fliege ist kein leichtes.


Vermehrt sie sich ungestört,
wird sie jedoch zur Plage anderer Tiere.

Während Kuh und Pferd

mit Schwanz und Schweif
die lästigen Zweiflügler vertreiben können,
ist das dem gemeinen Hausschwein nicht vergönnt.

Das Schwein dient nicht nur

als Lieferant von Schnitzel und Wurst,
auf ihm gedeihen auch Borstenhaare,
steife Deckhaare mit gespaltener Spitze.

Gekämmt,

mit Alaunwasser gewaschen und gebleicht
werden sie zu Pinseln gebündelt,
welche Harald Zylka zum Auftrag der Farbe
auf die Leinwand nutzt.

Der Effekt dieser Technik ist in dieser Ausstellung zu beobachten.